Cors Consulting GmbH Hamburg

Ihr Erfolg ist unser Ziel!

Bramfelder Straße 123 a 22305 Hamburg +49 · 40 · 52 15 67 79

Tech-News

Kurz + bündig, KW 33

Kleiner Tipp: Holen Sie sich noch schnell einen Kaffee oder Tee oder ein Kaltgetränk – heute sind’s viele Themen. Wie momentan meistens auf Platz 1: Die sogenannte »Künstliche Intelligenz«.
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Kurz + bündig, KW 32

Seit Ende der vergangenen Woche ist schon wieder so einiges passiert, das mindestens eine kurze Erwähnung verdient. Deshalb gibt’s auch heute wieder den Schlagzeilen-Überblick.
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Bakterien gegen Krebs

Das könnte ein echter Durchbruch sein: Natürlich im Darm von Fröschen vorkommende Bakterienstämme haben im Tierversuch an Mäusen Krebszellen in einer einzigen Dosis vernichtet. Am Japan Advanced Institute of Science and Technology (JAIST) hat ein Team von fünf Wissenschaftler*innen zu dem Thema geforscht und festgestellt: E. americana greift auf gleich zwei Ebenen Tumoren an und befällt dabei aber keine gesunden Organe.
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Unsere Lösungen bringen Sie Ihren Zielen näher!

Unser Team

Wir sind ein junges, dynamisches Unternehmen mit zahlreichen Projekterfahrungen im In- und Ausland. Wir freuen uns darauf, Sie bei Ihren Projekten produktiv zu unterstützen.

Cors Consulting Team – Allen Simonian, Carrollin Simonian
Allen Simonian, Projektmanagement
Carrollin Simonian, SAP Solution Manager Consultant

Ihr Erfolg ist unser Ziel: Dieser Leitsatz prägt unser Denken und Arbeiten in allen Bereichen. Unsere Kunden und Geschäftspartner schätzen den zugewandten, persönlichen Kontakt, der Grundlage all unseren Handelns ist.

Allen Simonian, Projektmanagement

 

Über uns


Cors Consulting bündelt Kompetenzen im Bereich Projektmanagement, Beratung und Schulung für SAP Solution Manager. Unsere Erfahrungen basieren auf langjährigen nationalen und internationalen Projekten in den unterschiedlichsten Branchen.

Die interdisziplinäre Aufstellung ermöglicht eine effiziente und zielorientierte Lösung für Ihr Unternehmen. Somit ist Cors Consulting Ihr kompetenter Partner in den wichtigsten Geschäftsbereichen. Wichtigste Bestandteile unseres Firmencredos sind Nachhaltigkeit und Integrität.

Als Berater und Begleiter stehen wir Ihnen auch in komplizierten und zeitlich dringenden Situationen kompetent zur Seite.

 

Das Vertrauen unserer Kunden ist das größte Kompliment für unsere Leistung.

 

Wie können wir Ihnen helfen?

SAP Solution Manager

Sie benötigen Hilfe, Unterstützung oder Optimierung bei Ihrem SAP Solution Manager? Wir beraten Sie gerne!
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SAP-Schulung

Halten Sie Ihre Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand und stärken Sie so Ihr Unternehmen.
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Projektmanagement

Unser Team aus Spezialisten steht Ihnen von der Beratung über die Analyse bis hin zu der Umsetzung und Begleitung Ihrer Projekte mit Rat und Tat zu Seite.
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Workshops

Unsere Termin auf einen Blick – für Ihre Planungssicherheit.
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Unternehmensberatung

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, ob Sie externe Dienstleistungen in angemessener Qualität erhalten.
Kontakt aufnehmen

Wir entwickeln zukunftsorientierte Strategien durch interdisziplinäre Beratung

Kontakt

Cors Consulting GmbH

Bramfelder Straße 123 a
D–22305 Hamburg

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info@cors-consulting.de

Cors Group

CTC – Cors Training Center GmbH

· Staatlich anerkannter und zertifizierter Bildungsträger und Institut für Aus- und Weiterbildung


EX-MIL GmbH

· Privates Sicherheitsunternehmen – militärischer Standard


Unsere Partner:


Wie können wir Ihnen helfen?
Wir unterstützen Ihre Prozesse.

SAP Solution Manager

Egal, was bei Ihnen gerade ansteht – eine grundlegende Einführung, ein Update oder Upgrade, Konfiguration oder Customizing –, wir freuen uns, Sie bei Ihrem SAP-Solution-Manager-Projekt unterstützen zu dürfen.

Wie immer bei Cors Consulting gilt natürlich auch ganz besonders in diesem Bereich: Ihre und die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter stehen für uns immer an erster Stelle!

Unsere SAP-Solution-Manager-Themen:

Prozess- und Qualitätsmanagement sind lebendige Vorgänge in Ihrem Unternehmen. Konzeptionelle Lösungsansätze helfen Verschwendung zu minimieren; die damit verbundene kontinuierliche Verbesserung erlaubt einen kritischen Blick auf alle laufenden Prozesse – und motiviert, sie zu optimieren.

Auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt:
Wir halten Sie up-to-date!

SAP-Schulung

Es heute wichtiger als je zuvor, mit dem rasanten Tempo der Entwicklungen Schritt zu halten. Das heißt auch: die eigenen Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand zu halten – und letztlich damit wiederum das eigene Unternehmen zu stärken.

Cors Consulting bietet Ihnen speziell auf Ihr Unternehmen abgestimmte Schulungen für den SAP Solution Manager. Dabei ist es unerheblich, ob Sie sich neu für die Möglichkeiten des SAP Solution Manager entscheiden, ein schon bestehendes System weiter ausbauen wollen – oder ob es darum geht, Ihre Mitarbeiter fester in den SAP-Sattel zu setzen. Unsere Trainer und Experten werden Sie dabei jederzeit gerne unterstützen.

Entscheiden Sie, was für Sie und Ihren ganz speziellen Geschäftsablauf am angenehmsten zu realisieren ist: Wir können die Schulungen vor Ort, in Ihrem Unternehmen durchführen, oder Sie nutzen die Weiterbildung via Webinar. Ganz, wie es beliebt und am besten passt.

Hier auf einen Blick:
Unsere Schulungstermine

Workshops

Unsere Schulungstermine

+++ Momentan noch TBA +++

Demnächst finden Sie hier unsere Schulungstermine.

Professionelle Projektrealisierung.
Von der Initialisierung bis zum Abschluss.

Projektmanagement

Projekte sind einmalige End-to-End-Prozesse. Aufgabe des Projektmanagements ist die Strukturierung, Planung, Überwachung und Steuerung einer einmaligen Wertschöpfungsprozesskette.

Unter dem Begriff Projektmanagement fassen wir die folgenden Bereiche zusammen:

 


Projektziele

Die Zieldefinition ist die wichtigste und zu gleich die komplizierteste Phase in einem Projekt. Mit Ihnen gemeinsam, definieren wir Ihre Projektziele, bereits in der Findungsphase.


Projektumfeld

Ein Projektumfeld ist die Umgebung, in der ein Projekt geplant, durchgeführt und bewertet wird. Jedes Projekt ist in einem vorgegebenen Umfeld fixiert und muss vor Projektstart sorgfältig betrachtet werden. Die ständige Analyse des Projektumfeldes ist unerlässlich um mögliche Chancen und/oder Risiken frühzeitig zu erkennen um entsprechend lenkend eingreifen zu können.


Stakeholder/​Stakeholdermanagement

Stakeholder sind Personen oder Personengruppen, die einen berechtigten Anspruch an einem Projekt und dessen Ergebnis haben, daran beteiligt oder betroffen sind oder sich davon subjektiv betroffen fühlen.


Risikoanalyse

Die Risikoanalyse ist ein elementarer Bestandteil im Projektmanagement und sollte permanent und über die gesamte Projektdauer stattfinden. Eine Risikoanalyse unterstützt die Identifizierung vorhandener sowie mögliche in Projektdauer aufkommende Risiken. Anhand derer können Risiken vermieden, verlagert, akzeptiert und sogar begrenzt werden. Die Risikoanalyse ist ein Frühwarnsystem mit den Risken kontrolliert werden können.


Projektorganisation und Kommunikation

Um das Projekt und dayli-business gleichzeitig gewährleisten zu können sollte optimalerweise für die Projektdauer eine -Projektorganisation eingenommen werden. Diese Organisationsform gewährleistet sowohl die Erfüllung des alltäglichen Dienstes als auch des Projekts. Die Vor-/Nachteile der unterschiedlichen Projektorganisation sind je nach Projekt und Unternehmensgröße individuell zu bestimmen.


Kommunikation

Um den Projekterfolg reibungslos und unmissverständlich zu gestalten, ist essentiell von Bedeutung, dass alle beteiligten Parteien (Stakeholder) das gleiche Verständigungsmodul nutzen. Alle Teilnehmer müssen unmissverständlich und genau vom gleichen Bild sprechen, wenn es um das Projektoberziel geht.


Phasenplanung

Für jedes Projekt muss eine Phasenplanung gewählt werden, die den Anforderungen des Projekts entspricht.


Projektstrukturplan

Der Projektstrukturplan (PSP) zeigt die grundlegende Struktur des Projektes auf. In ihm werden Teilaufgaben definiert und in Arbeitspakete unterteilt. Diese Strukturierung liefert eine gute Übersicht über das Projekt in seiner Gesamtheit, über den Projektinhalt und die Erstellung der Arbeitspakete mit eindeutiger Verantwortlichkeit.

Der Projektstrukturplan stellt die Basis aller weiteren Pläne innerhalb eines Projektes dar und wird deshalb auch als „Mutter aller Pläne“ bezeichnet. Der PSP kann nach unterschiedlichen Kriterien gegliedert werden. Jedoch wird der PSP immer in einer hierarchischen Baumstruktur aufgebaut, die aus Wurzelelement, Teilaufgaben und Arbeitspaket besteht. Die kleinste Einheit und nicht mehr teilbare Einheit innerhalb des PSP ist das Arbeitspaket.


Ablaufplanung

Als Ergebnis des Projektstrukturplanung erhält man die einzelnen Arbeitspakete (oder Vorgänge). Es ist jedoch noch nicht bekannt, in welcher Reihenfolge die Vorgänge durchzuführen sind. Dies macht die Ablaufplanung. Dazu muss die logische und zeitliche Abfolge der Projektaktivitäten ermittelt werden. Die Abhängigkeiten der einzelnen Vorgänge müssen festgestellt werden: Manche Vorgänge müssen zeitlich nacheinander durchgeführt werden, andere können parallel laufen.


Terminplanung

Für die Terminplanung bildet der Projektablaufplan die Grundlage.

Aufgaben:

  • Ermittlung und Dauer der einzelnen Vorgänge
  • Ermitteln von Projektterminen, Anfang/Ende von Vorgängen
  • Ermitteln und berechnen von Pufferzeiten
  • Ermitteln des Kritischen Pfads

Einsatzmittelplanung

Einsatzmittelplanung/Ressourcenplanung sind:

  • Personal
  • Material
  • Betriebsmittel
  • Sonstige Leistungen (z. B. externe Dienstleitungen)

Die Einsatzmittelplanung muss den für die Erstellung der Projektleistung notwendigen Bedarf ermitteln, mit den verfügbaren Kapazitäten abstimmen und eventuelle Engpässe feststellen.


Kostenplanung

Aus Bewertung der Einsatzmittel ergeben sich sowohl die Gesamtkosten des Projekts als auch die zeitliche Verteilung der Projektkosten über die Projektlaufzeit.

Warum die Kostenplanung?

  • Wirtschaftlichkeitsvergleiche, Kalkulation, Angebotskalkulation
  • Kostenüberwachung und -steuerung bei Projektdurchführung
  • Grundlage der Finanzplanung, und die Planung der Zahlungen im zeitlichen Ablauf

Unser Ziel ist es, Ihr Projekt optimal auszurichten, um Ressourcen, Zeit und Kosten im Gleichgewicht zu halten.

Impressum

Betreiberin dieser Website im Sinne des § 5 TMG
und verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV ist die

Cors Consulting GmbH

Bramfelder Straße 123 a
D–22305 Hamburg

Vertreten durch:
Carrollin Simonian und Allen Simonian


Registereintrag:

Eintragung im Handelsregister B betreffend Cors Consulting GmbH

Registergericht: Amtsgericht Hamburg
Registernummer: HRB 150142
Umsatzsteuer-ID: DE309044478
Steuernummer: 43/712/02299

Die Betreiberin ist nicht verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.


Verwendete Schriften:

  1. Open Sans von Ascender Fonts (Lizenz: Apache License 2.0).
  2. Montserrat von Julieta Ulanovsky (Lizenz: SIL Open Font License Version 1.1).
  3. Font Awesome von Dave Gandy (Lizenz: Font Awesome Free License).
  4. Special Elite von Astigmatic (Lizenz: Apache License 2.0).

Alle Hintergrundbilder: Pixabay (Lizenz: Pixabay License).


Datenschutz

1. Datenschutz auf einen Blick

Allgemeine Hinweise

Die folgenden Hinweise geben einen einfachen Überblick darüber, wie wir Ihre personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Personenbezogene Daten sind alle Daten, mit denen Sie persönlich identifiziert werden können. Ausführliche Informationen zum Thema Datenschutz entnehmen Sie unserer unter diesem Text aufgeführten Datenschutzerklärung.

Datenerfassung auf unserer Website

Wer ist verantwortlich für die Datenerfassung auf unserer Website?

Die Datenverarbeitung auf http://www.cors-consulting.de erfolgt durch

CORS CONSULTING GMBH
(haftungsbeschränkt)
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D-22305 Hamburg

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Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten sind berechtigte Interessen gemäß Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 Buchstabe f) DSGVO, um die Darstellung der Website grundsätzlich zu ermöglichen.

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Werden personenbezogenen Daten beim Benutzen der Website http://www.cors-consulting.de erhoben?

Beim Benutzen unserer Website werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Außerdem verzichten wir auf eigene und Third-Party-Cookies.

Welche Rechte haben Sie bezüglich Ihrer Daten?

Sie haben jederzeit das Recht, unentgeltlich Auskunft über Herkunft, Empfänger und Zweck Ihrer gespeicherten personenbezogenen Daten zu erhalten. Sie haben außerdem ein Recht, die Berichtigung, Sperrung oder Löschung dieser Daten zu verlangen. Hierzu sowie zu weiteren Fragen zum Thema Datenschutz können Sie sich jederzeit unter der E-Mail-Adresse datenschutz@cors-consulting.de an uns wenden. Des Weiteren steht Ihnen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu.

Matomo

Wir verwenden die Open-Source-Software Matomo zur Analyse und statistischen Auswertung der Nutzung unserer Website. Dazu werden Cookies eingesetzt; die dadurch erhaltenen Informationen über die Websitenutzung werden ausschließlich an unsere Server übertragen und in pseudonymen Nutzungsprofilen zusammengefasst. Die Daten verwenden wir zur Auswertung der Nutzung der Website. Eine Weitergabe der erfassten Daten an Dritte erfolgt nicht.

Die IP-Adressen werden anonymisiert (IPMasking), sodass eine Zuordnung zu einzelnen Nutzern nicht möglich ist.

Die Verarbeitung der Daten erfolgt auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO. Wir verfolgen damit unser berechtigtes Interesse an der Optimierung unserer Webseite für unsere Außendarstellung.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie die Cookies in Ihrem Browser löschen oder Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.

Außerdem bieten wir Ihnen hier die Möglichkeit, die Matomo-Datenerfassung in diesem Browser zu unterbinden:

2. Allgemeine Hinweise und Pflichtinformationen

Datenschutz

Die Cors Consulting GmbH nimmt den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie dieser Datenschutzerklärung.

Wenn Sie diese Website benutzen, werden keine personenbezogenen Daten erhoben.

Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z. B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Hinweis zur verantwortlichen Stelle

Die verantwortliche Stelle für die Datenverarbeitung auf dieser Website ist:

Cors Consulting GmbH
Beratungsunternehmen
Carrollin Simonian

Bramfelder Straße 123 a
22305 Hamburg

Telefon: +49 · 40 · 52 15 67 79
E-Mail: datenschutz@cors-consulting.de

Verantwortliche Stelle ist die natürliche oder juristische Person, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (z. B. Namen, E-Mail-Adressen o.Ä.) entscheidet.

Widerruf Ihrer Einwilligung zur Datenverarbeitung

Viele Datenverarbeitungsvorgänge sind nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung möglich. Sie können eine bereits erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen. Dazu reicht eine formlose Mitteilung per E-Mail an datenschutz@cors-consulting.de. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt vom Widerruf unberührt.

Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde

Im Falle datenschutzrechtlicher Verstöße steht dem Betroffenen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu. Zuständige Aufsichtsbehörde in datenschutzrechtlichen Fragen ist der Landesdatenschutzbeauftragte des Bundeslandes, in dem unser Unternehmen seinen Sitz hat. Eine Liste der Datenschutzbeauftragten sowie deren Kontaktdaten können folgendem Link entnommen werden: https://www.bfdi.bund.de/DE/Infothek/Anschriften_Links/anschriften_links-node.html.

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Sie haben das Recht, Daten, die wir auf Grundlage Ihrer Einwilligung oder in Erfüllung eines Vertrags automatisiert verarbeiten, an sich oder an einen Dritten in einem gängigen, maschinenlesbaren Format aushändigen zu lassen. Sofern Sie die direkte Übertragung der Daten an einen anderen Verantwortlichen verlangen, erfolgt dies nur, soweit es technisch machbar ist.

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Tech-News

Kurz + bündig, KW 33

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Kleiner Tipp: Holen Sie sich noch schnell einen Kaffee oder Tee oder ein Kaltgetränk – heute sind’s viele Themen. Wie momentan meistens auf Platz 1: Die sogenannte »Künstliche Intelligenz«.

  1. KI-Entwickler stoppt Entwicklung – aber nur teilweise. Astra heißt das jüngste Modell unter den LLMs von OpenAI. Im Zusammenhang mit dessen wachsenden Fähigkeiten, Zero-Day-Exploits zu entdecken beziehungsweise neue Strategien für Cyber-Angriffe auf besonders geschützte Ziele zu entwickeln, hat die Firma nun Sicherheitsvorkehrungen erhöht und die Entwicklung von Astra teilweilse gestoppt. Vergangenen Freitag veröffentlichte OpenAI einen Blogpost dazu, auch TechCrunch und DIE ZEIT berichteten.
  2. Einen Tag später gab es bei der dpa ein Pro und Contra zum Thema Müssen KI-Systeme an die kurze Leine genommen werden?
  3. Nach dem Geflüchteten-Drama in Ceuta gibt die finnische EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen Meta und TikTok eine Mitschuld an den Ereignissen; diese hätten nicht genug gegen Falschinformationen getan, die auf ihren Plattformen zirkulieren, schrieb DIE ZEIT am Samstag.
  4. Und auch noch am letzten Samstag schrieb die Wissenschafts- und Tech-News-Website Futurism: Meta Caught Paying Nazis to Post on Facebook. Obwohl veröffentlichte Inhalte von Neonazis gegen Facebooks Hate-Speech-Regeln verstießen, konnten die Beteiligten mit diesen Posts über das »Content-Monetization«-Programm Geld verdienen – zu dem man explizit eingeladen werden muss.
  5. Job-bedingt oder im Urlaub, das eigene Fahrzeug in Reparatur, between cars oder Car-Sharing-Nutzer*in – es gibt viele Momente, in denen ein Mietwagen Sinn ergibt. Aber Vorsicht: Mittels Bluetooth speichert das Auto zahlreiche Ihrer Daten, meldete der Online-Händler SoftwareBay am 9.8.; schon im Juli gab n-tv auf einer Service-Seite Tipps, wie man persönliche Daten in Mietwagen löschen kann (und sollte!)
  6. Dass »KI« und Umwelt sich nicht gut vertragen, dürfte hinlänglich bekannt sein. Aber das jetzt ein geplantes Amazon-Datencenter zur größten Quelle von CO₂-Verschmutzung der USA zu werden droht, ist schon nochmal eine andere Größenordnung. Toms Hardware meldete das am Sonntag, und am selben Tag berichtete auch der österreichische STANDARD.
  7. In »Muckibuden« können auch Gesundheitsdaten gespeichert sein. Es ist also keine triviale Meldung, wenn die australischen ABC News am Montag melden: KI-Assistent hackt Fitnessstudio-Website. Noch am selben Tag schrieb darüber auch DER SPIEGEL.
  8. Interessanter Beitrag der Tagesschau vom Montag: Welche Rechenzentren braucht Deutschland wirklich? Passend dazu ein aktueller Beitrag im Podcast »Wind und Wurzeln« der Diplom-Psychologin, frühere Geschäftsführerin der Piratenpartei und aula-Leiterin Marina Weisband: Strom, Wasser, Macht: Können wir uns dem KI-Wettrennen entziehen? (Dauer: 57 Minuten.)
  9. Genug für 600 Millionen Menschen: Warum verbraucht KI so viel Wasser? fragte Netzpolitik.org passend zum aktuellen extremen Niedrigwasser am 10.8. Selbst die Bundesregierung ist offenbar ahnungslos, was für gigantische Wassermengen in Rechenzentren fließen.
  10. Seit dem 2. August gilt die KI-Kennzeichnungspflicht des »AI Act«. Und sie beginnt zu greifen: Wie Claude KI-generierte Inhalte kennzeichnet schrieb Anthropic auf seinen Support-Seiten am Montag; am Dienstag legte Euronews nach, und am Mittwoch ergänzte DER SPIEGEL: Auch Spotify führt Kennzeichnung für KI-generierte Profile ein. Profile, wohlgemerkt – nicht etwa KI-generierte Musik.
  11. Die deutsche Luftfahrt macht sich abhängig vom reichsten Mann der Welt und Demokratieverächter Elon Musk: Erste Lufthansa-Maschine mit Starlink-WiFi hebt ab schrieb DIE ZEIT am 10.8. Dabei geht es auch anders: Anfang 2026 gab Ryanair‑Chef Michael O’Leary bekannt, sein Unternehmen werde auf den Dienst verzichten. (Daraufhin drohte Musk, die Airline zu kaufen.)
  12. Die Smart Glasses von Meta bleiben Thema; sie sind ab sofort in englischen und walisischen Gerichten verboten, schrieb The Guardian am Dienstag vergangener Woche. Und am Mittwoch ging eine Pressemeldung der Organisation für Menschenrechte im digitalen Raum raus: HateAid stellt Strafanzeige gegen Meta wegen Smart Glasses […] Die Organisation fordert ein Verkaufsverbot. (Mehr über HateAid in der Wikipedia.)
  13. AI Overview – 300 französische Zeitungen gehen wegen KI-Tools gegen Google vor, weil die Menschen aufgrund der automatisch generierten Zusammenfassungen ihre Websites nicht mehr besuchen und ihnen damit Einnahmen entgehen. Das meldete DER SPIEGEL vorgestern. Schon im vergangenen Sommer hatte die britische Independent Publishers Alliance eine ähnliche Klage eingereicht, wie ComputerBase damals berichtete.
  14. Ebenfalls vorgestern meldete das Magazin Golem: Cloudanbieter OVH macht Server mehr als 80 Prozent teurer. Der Grund sei vor allem der ungezügelt Boom der sogenannten »Künstlichen Intelligenz«: KI hat einen signifikanten Einfluss auf die Preise von RAM und Speicher, schrieb OVHs CEO. (Wir hatten das Thema hier schon mal im Januar.)
  15. Unter der Überschrift Meta stellt Profit über die Sicherheit von Kindern berichtete die Tagesschau am Mittwoch über den Beginn eines riesigen Gerichtsverfahrens gegen Zuckerbergs Social-Media-Imperium. Im nun beginnenden Prozess fordern die Generalstaatsanwälte sogar Zahlungen in Höhe von mehr als einer Billion US-Dollar - das käme dem Gesamtwert von Meta nahe.
  16. Bezahlen Sie mit Ihrem Lächeln – eine australische Tech-Firma will Biometrie fürs Bezahlen salonfähig machen. Das berichtete gestern The Guardian. Dieser Vorstoß ist fast logisch, wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre von Bargeld zu Karten- und dann Smartphone-Bezahlung ansieht. Die australische Company will jetzt das Bezahlen mittels Augen- und Handflächen-Scans in großem Maßstab einführen. Immerhin: Die EU zumindest plant aktuell die Einführung neuer Banknoten (bei deren Gestaltung Europäer*innen mitbestimmen können); da dürfte der Digitalzwang also noch etwas auf sich warten lassen.

Kurz + bündig, KW 32

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Seit Ende der vergangenen Woche ist schon wieder so einiges passiert, das mindestens eine kurze Erwähnung verdient. Deshalb gibt’s auch heute wieder den Schlagzeilen-Überblick.

  1. Heute vor einer Woche ist die ARD-Podcast-Serie »Inside Palantir« online gegangen. Darin geht es um CEO Alex Karp und seinen Wandel vom linken Philosophen zum Trump-Komplizen, wie Netzpolitik.org formulierte. Fünf knappe Dreiviertelstunden, die erstaunliche Einblicke in einen Konzern geben, der für Totalüberwachung steht und dessen Software auch schon in Deutschland eingesetzt wird (laut taz-Recherche aus dem Juni in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg). Schon etwas länger gibt es parallel dazu die sechsteilige Podcast-Reihe »Die Peter Thiel Story« bei ARD Sounds. Zwei eindeutige Hörempfehlungen!
  2. Es war ja schon zu erwarten: Auch Anthropics Claude hat mehrere Firmen gehackt, berichteten am vorvergangenen Donnerstag Anthropic selbst und am 31.7. DER SPIEGEL. Und auch Zuckerbergs Meta hat eingeräumt, dass eines seiner KI-Modelle aus der Testumgebung ausgebrochen ist und das System einer anderen Firma gehackt hat, wie die BBC am 6.8. berichtete.
  3. Um noch einen Moment im Thema zu bleiben: Das Tech-Magazin t3n schrieb am 2. August: KI-Chatbots löschen ihre Spuren – selbst wenn du es verbietest, und DER SPIEGEL meldete am 5.8.: KI schickte Menschen Phishingmails – ausgehend von einer Meldung des britischen AI Security Institute (AISI) vom 4. August.
  4. Eine gute Nachricht für Musik-Urheber: die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA hat im Rechtsstreit gegen SUNO, eine US-amerikanische Anbieterin von KI-generierten Audioinhalten, einen weiteren wegweisenden Erfolg erzielt, wie sie selbst am Freitag vor einer Woche meldete. Die Firma verstößt laut Gerichtsurteil gegen geltendes Urheberrecht. Einen ähnlichen Erfolg hatte die GEMA schon im November 2025 gegen OpenAI erreicht.
  5. Aus der Rubrik »KI« kann auch sinnvoll eingesetzt werden: Der Internet-Gigant Alphabet hat Modelle auf seinen Browser Chrome angesetzt. Mit fast schon dramatischen Ergebnissen: AI is finding so many Chrome security flaws that Google may start updating it twice a week, schrieb TechSpot vor einer Woche; also sinngemäß: KI findet so viele Sicherheitslücken, dass Google überlegt, Chrome zweimal pro Woche zu aktualisieren.
  6. In KW 31 ging es schon um Apples Zurückhaltung beim Launch seiner Smart Glasses wegen der Kritik an ähnlichen Brillen der Konkurrenz; jetzt meint Hamburgs Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs: Ein Verbot von Metas Smart Glasses ist realistisch, denn sie seien nichts anderes als getarnte Kameras, meldete die Tagesschau Ende letzter Woche. Und deren Besitz und Verkauf ist in Deutschland untersagt.
  7. Die österreichische Tageszeitug DER STANDARD schrieb letzte Woche, dass Österreichs geplante Porno-Sperre zahnlos, aber trotzdem gefährlich sei. Ähnlich wie in der Debatte um Internet-Sperren für Minderjährige kritisieren Experten, dass der Vorschlag technisch kaum durchsetzbar und juristisch fragwürdig sei, aber: Er schafft […] eine Überwachungsstruktur für neun Millionen Menschen. (Im Falle Deutschlands wären das sogar gut 83 Millionen.)
  8. Auf den Servern der Landesverwaltung Fürstentum Liechtenstein (LLV) gibt es ein Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen (VwbP), und von diesem Verzeichnis sind Ende vergangener Woche Datenkopien von rund 31’000 Rechtsträgern widerrechtlich abgegriffen worden, wie die Behörde am 2. August meldete. Pikant daran: Das VwbP wird zum Zweck der Verhinderung von Geldwäsche und von Terrorismusfinanzierung geführt. Entsprechend schrieb DER SPIEGEL einen Tag später: Hacker stehlen Daten aus sensiblem Anti-Geldwäscheverzeichnis.
  9. Elon Musk setzt die Vermüllung des Alls ungeachtet aller Kritik fort. Gestern meldete DER SPIEGEL: Astronomen bestätigen Einschlag der SpaceX-Raketenstufe auf Mond.
  10. Und ganz aktuell noch eine Social-Media-Meldung: 567 Millionen US-Dollar Strafe soll Meta (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp etc.) wegen Gefährdung von Kindern zahlen. Dazu wurde der Konzern im US-Bundesstaat New Mexico verurteilt. Richter Bryan Biedscheid gab damit dem Generalstaatsanwalt Raúl Torrez recht. Dieser hatte Meta ⁠vorgeworfen, seine ⁠Produkte seien darauf angelegt, junge Nutzer abhängig zu machen; zudem schütze der Konzern Kinder nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung, schrieb DER SPIEGEL heute.

Bakterien gegen Krebs

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Das könnte ein echter Durchbruch sein: Natürlich im Darm von Fröschen vorkommende Bakterienstämme haben im Tierversuch an Mäusen Krebszellen in einer einzigen Dosis vernichtet. Am Japan Advanced Institute of Science and Technology (JAIST) hat ein Team von fünf Wissenschaftler*innen zu dem Thema geforscht und festgestellt: E. americana greift auf gleich zwei Ebenen Tumoren an und befällt dabei aber keine gesunden Organe.

Schon im September 2025 haben Seigo Iwata, Nagi Yamasita, Kensuke Asukabe, Matomo Sakari und Eijiro Miyako ihre Studie beim Open-Access-Journal Gut Microbes eingereicht; daraufhin wurde sie von Fachkolleg*innen evaluiert (»Peer Review«) und bei ScienceDirect am 10. Juli dieses Jahres publiziert.

Der Darm von Dryophytes japonicus, dem Japanischen Laubfrosch, enthält das vielversprechende Bakterium. Untersucht wurden auch der Japanische Feuerbauchmolch und der Japanische Schnellläufer; dabei fanden die Forschenden neun Bakterienstämme, die Erfolg versprachen. Besagter Ewingella americana zeigte das größte Potential, also fokussierten sich die fünf auf dieses Bakterium.

Einerseits greifen die Mikroorganismen die Krebszellen (in diesem Fall Darmkrebs) direkt an. Nach nur einer intravenösen Dosis von E. americana waren die Tumoren completely eliminated, also vollständig vernichtet. Und gleichzeitig stimulieren die Mikroben das Immunsystem. Its presence attracted T cells, B cells, and neutrophils into tumors. These immune cells then released inflammatory signaling molecules, including TNF-α and IFN-γ, which strengthened the immune response and promoted cancer cell death. T- und B-Zellen sowie schädlingsfressende weiße Blutkörperchen werden durch die Anwesenheit des Bakteriums in den Tumor gelockt, stärken die Immunreaktion und fördern das Absterben von Krebszellen.

Neben der Tatsache, dass gesunde Organe nicht von Ewingella americana befallen werden, ist auch die Halbwertzeit ein Indiz für eine sichere Behandlungs-Option: Sie liegt bei rund 1,2 Stunden. Nach 24 Stunden sind die Bakterien nicht mehr im Organismus nachweisbar.

Es gibt noch viel zu forschen; zum Beispiel sind die japanischen Wissenschaftler*innen vorsichtig optimistisch, dass die Methode auch auf andere Krebsformen wie Brust-, Bauchspeicheldrüsen- und Hautkrebs übertragen werden kann: Future research will examine whether the approach can be applied to additional solid tumors, including breast cancer, pancreatic cancer, and melanoma.

Das Team betont, dass die aktuelle Forschung auf Mäuse beschränkt ist. Aber die vorliegenden Ergebnisse sind ein ermutigender Machbarkeits-Nachweis für die Entwicklung neuer bakteriengestützter Krebstherapien: The researchers emphasize that these findings are limited to mice, but they believe the results provide an encouraging proof of concept for developing new bacterial cancer therapies.

Am Rande: Einer spannenden Frage – wie um alles in der Welt kommen Forschende eigentlich auf so spezifische Ideen?! – ist die Nachrichtenagentur pressetext nachgegangen. Sie berichtete schon im Dezember 2025 in einem Bezahlartikel über die Ausgangsstudie und schrieb damals zum Beispiel, das Interesse [der japanischen Wissenschaftler*innen] an den Darmmikroben von Amphibien und Reptilien war geweckt worden, weil sie festgestellt hatten, dass Tumore bei diesen Wildtierarten sehr selten sind. Darüber hinaus haben diese Tiere im Verhältnis zu ihrer Größe eine lange Lebensdauer, sind von Natur aus extremen zellulären Belastungen ausgesetzt und leben in pathogenreichen Lebensräumen - lauter Faktoren, die das Krebsrisiko eigentlich erhöhen und nicht senken.

Kurz + bündig, KW 31

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Mehr Meldungen, aber dafür weniger Wörter – diese »Quadratur des Kreises« gelingt uns mit dem heutigen News-Überblick:

  1. Vor genau einer Woche schrieb DER SPIEGEL, dass TikTok jetzt wegen unzureichenden Jugendschutzes Strafe droht. TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission durch zu niedrige Schutzstandards, denn die Einstellungen des sozialen Netzwerks schützten Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Cybermobbing. Parallel dazu fordert Kulturstaatsminister Weimer eine europäische Eigentümerstruktur für TikTok, berichtete das Magazin einen Tag später.
  2. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am 24. Juli, dass OpenAIs Modelle schon tagelang (erstmals seit dem 9., gegen Huggin Face dann seit dem 11.7.!) als Hacker unterwegs waren, bevor die Firma reagierte (vom 18. auf den 19. Juli). Am 25. nahm DER SPIEGEL die Meldung auf. Und schrieb am 29.: KI von OpenAI hackte weiteres Unternehmen. Mehr Hintergrund in unseren News von vergangener Woche.
  3. Zwei nicht im klassischen Sinne »Tech-News«, sondern aus dem Bereich Gesundheit/Wissenschaft: In den USA sind die Masern mit voller Wucht zurück (DER SPIEGEL am 25.7.), und Umweltbakterien lösen extreme Antibiotika-Resistenzen aus, indem sie ihre Gene auf Krankheitserreger übertragen (Originalmeldung vom 23., SPIEGEL am 27.
  4. Apple verschiebt den Start seiner Smart Glasses – wohl auch, weil Metas Brillen massiv in die Kritik geraten sind. Zum Beispiel werden sie genutzt, um heimlich Filmaufnahmen von Frauen zu machen und im Netz zu veröffentlichen. […] Eigentlich soll eine leuchtende LED an der Brille darauf hinweisen, wenn eine Aufnahme läuft. Doch im Netz kursieren Anleitungen, wie man sie entfernen oder deaktivieren kann, schrieb DER SPIEGEL am 27.7.
  5. Laut einer Wired-Meldung vom 27. Juli wurden in den Suchergebnissen von Google und Bing private Chatnachrichten aus Anthropics Chatbot Claude veröffentlicht. Am nächsten Tag griff DER SPIEGEL das Thema auf.
  6. Kein 4K, kein HDR bei Disney+ – der Streamingdienst hat beides auch im Premium-Angebot gestrichen. Wohl wegen eines Patentstreits, schrieb t3n am 28. Juli.
  7. Ab kommendem Sonntag müssen KI-Inhalte in der EU gekennzeichnet werden. Die EU-Kommission schreibt dazu (Übersetzung sinngemäß): Artikel 50 des AI Act gilt ab dem 2. August 2026. […] Anbieter müssen KI-Systeme in einer Weise gestalten, dass Personen explizit darüber informiert werden, wenn sie mit einem KI-System direkt interagieren, und sie müssen maschinenlesbare Zeichen hinzufügen, die KI-generierte oder -⁠manipulierte Inhalte erkennbar machen. Und wer KI-Systeme anwendet, muss Personen informieren wenn sie Gefühlserkennungs- und biometrischen Kategorisierungs-Tools, DeepFakes oder Texten von öffentlichem Interesse, die nicht von Menschen oder Redaktionen geprüft wurden, ausgesetzt sind. (Der WDR berichtete gestern.)
  8. Und heute beantwortete DER SPIEGEL die Frage: Warum die Apple-Aktie trotz Rekordgewinn abschmiert. Aktienkurse spiegeln nicht vergangene Erfolge – oder Misserfolge – eines Unternehmens wider, sondern die erwartete Zukunft. Das aktuelle große Plus war also schon in vorherigen Börsenbewegungen eingepreist, und die Prognosen sind weniger positiv. Nicht zuletzt, weil Computertechnik durch den KI-Boom teurer wird. (Diesen Zusammenhang hatten wir schon im Januar hier beleuchtet.)

Kurz + bündig, KW 30

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Die »KI« kann nicht mehr, und »Kratos« auch nicht. Hier sind die Tech-News der Woche:

  1. Erstmal klingt es fast wie eine vielleicht sogar lustige Anarcho-Meldung, dass LLMs durch Grübel-Prompts in die Knie gezwungen werden könnten; so nämlich die Überschrift eines Artikels im Online-Magazin t3n von Freitag vor einer Woche. Am Dienstag wurde der Artikel überarbeitet, jetzt liegt der Fokus auf den Problemen, die Overthinking in sogenannten »Large Reasoning Models« verursachen kann: Wie manipulierte Prompts zur Sicherheitslücke werden, heißt es jetzt. Diese LRMs sind eine Untergruppe der LLMs und gelten als besonders geeignet für komplexe Problemlösungen. Diese Komplexität kann ihnen aber zum Verhängnis werden, denn sie erzeugen übermäßig lange und redundante Argumentationsketten, wenn sie mit unvollständigen oder logisch inkonsistenten Eingaben konfrontiert werden. In der Konsequenz könnten mit manipulierten Prompts Server und Netzwerke lahmgelegt werden, ganz ähnlich wie bei DDoS-Angriffen.
  2. Noch aus der vorigen Woche stammt eine Meldung, die DER SPIEGEL erst am vergangenen Freitag verbreitet hat. Liebe Autofahrer*innen, jetzt ist es amtlich: Es bringt wirklich nichts zu rasen. Geschwindigkeitsüberschreitungen sorgen landesweit für erhebliche ökologische und wirtschaftliche Kosten, bei vernachlässigbarer Zeitersparnis, fasst es die Original-Studie zusammen.
  3. Und gleich noch eine Meldung vom Individualverkehr: Schon über 50 Millionen Euro der staatlichen E-Auto-Prämie sind ausgezahlt worden, meldete DER SPIEGEL am Samstag. Kleiner Dämpfer: Das ist zwar erfreulich, aber reicht noch nicht lange nicht aus. 2025 lag in Deutschland der Anteil der Neuzulassungen »batterieelektrischer Pkw« bei 19,1 % – gegenüber 95,9 % in Norwegen. (Quelle: Wikipedia.)
  4. Christian Stöcker berichtete am Sonntag im SPIEGEL von Eisen-Luft-Speichern, also Großbatterien, die Eisen, Luft und Wasser statt Lithium verwenden. Vereinfacht formuliert wird beim Aufladen aus Rost Eisen, und bei der Energieabgabe wiederum aus Eisen Rost. Spannendes Thema, das wir hier zu gegebener Zeit vertiefen werden.
  5. Dem BKA ist nach eigenen Angaben vom Montag ein Schlag gegen eine der weltweit gefährlichsten Phishing-Gruppierungen gelungen. Gemeinsam mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden habe man die zentrale Infrastruktur eines des weltweit meistverbreiteten kriminellen Phishing-Services namens Kratos zerschlagen und damit Angriffe auf hunderttausende potenzielle Opfer weltweit abgewehrt. Dazu Hintergründe zu »Kratos« aus dem Februar.
  6. Laut einer Meldung der »KI«-Firma OpenAI vom Dientag haben mehrere ihrer Modelle sich eigenständig und gezielt ins System von Hugging Face gehackt, einem Unternehmen, das Werkzeuge im Bereich des maschinellem Lernens entwickelt. Überspitzt könnte man sagen, dass mehrere »KI« gegen eine andere vorgegangen sind, ohne dass Menschen involviert waren. Groß war die Aufregung, DER SPIEGEL berichtete am Mittwoch gleich zweimal, die taz betonte am selben Tag, dass die Meldung ins PR-Muster der LLM-Firmen passt: Schaut mal, wie mächtig und fähig unsere Entwicklungen sind.
  7. Und noch zwei »KI«-Meldungen im Spannungsfeld zwischen »einerseits und andererseits«: Rund die Hälfte der Studierenden nutzt täglich künstliche Intelligenz, schrieb DER SPIEGEL am Mittwoch, und zwei Tage vorher meldete die Wissenschafts- und Tech-News-Website Futurism: OpenAI will Sie glauben machen, dass es bis 2030 jährlich 100 Milliarden Dollar allein durch Werbung einnehmen wird – und das, obwohl es momentan schon damit zu kämpfen hat, gerade mal 1 Milliarde zu erreichen. (OpenAI wants you to believe that by 2030, it’ll be raking in $100 billion a year just from ads alone — even though it’s currently struggling to reach just $1 billion.)
  8. Und zu, tja – vielleicht wirklich guter Letzt: Behörden sollen mehr europäische Produkte kaufen, schrieb die taz vorgestern. Die EU-Kommission schlägt vor, dass Kommunale Behörden, Krankenhäuser und Stadtwerke, aber auch Länder und EU-Staaten in Zukunft öffentliche Aufträge künftig nicht mehr bevorzugt an den günstigsten Anbieter vergeben, sondern: Stattdessen soll eine europäische Präferenz gelten, um Waren und Dienstleistungen Made in Europe zu fördern. Damit will sich die EU gegen Billiganbieter etwa aus China durchsetzen, sich aber auch unabhängiger von den USA machen. Am am 9. September will die Kommission dazu den sogenannten »Public Procurement Act« präsentieren.

Ein Problem löst das andere

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Heute mal eine gute Nachricht aus der Abteilung »minus mal minus gibt plus«, oder: Wie man zwei Probleme mit einer Lösung in den Griff bekommt. Problem Nummer 1: endlose Massen von Plastikmüll. Problem Nummer zwei: endlos wuchernde Massen der invasiven Wasserhyazinthe. Lösung: kompostierbare Verpackungen. Aus – Wasserhyazinthe!

Erstmal kurz vorweg: Wir nutzen normalerweise nicht die Claims anderer Leute (oder Firmen) für unsere Überschriften. Aber in diesem speziellen Fall passt es einfach zu gut, und es scheint auch mehr als bloß Werbesprech zu sein. Das kenianische Startup HyaPak schreibt auf seiner Website: One mess solves the other. Dabei kann mess verschiedene Bedeutungen haben; hier passt wohl am besten Verschmutzung oder vielleicht auch Schlamassel.

Die Entstehungsgeschichte geht demnach so: HyaPak ist buchstäblich durch Steckenbleiben entstanden. Eine Gruppe von Ingenieurs-Student*innen der [kenianischen] Egerton University war für fünf Stunden auf dem Naivasha-See in einem dichten Vlies aus Wasserhyazinthen gefangen. Dieser Nachmittag hat zwei Probleme zusammengefasst, die beide dasselben Gewässer betreffen: ein invasives Unkraut, das den See erwürgt, und der Plastikmüll, der sich an seinem Ufer auftürmt. Also stellten wir uns die Frage, die bis heute die Firma antreibt: Was, wenn ein Problem das andere lösen könnte?

Im englischen Original liest sich das so: HyaPak started, quite literally, by getting stuck. A group of Egerton University engineering students spent five hours trapped in a dense mat of water hyacinth on Lake Naivasha. That afternoon framed two problems sitting in the same water: an invasive weed strangling the lake, and the plastic waste piling up on its shore. So we asked the question that still runs the company today. What if one problem could solve the other?

Auf diesem Bild kann man gut erkennen, wie dicht das Wurzelwerk der Wasserhyazinthe einen See in Burkina Faso bedeckt, und auf einem anderen ist zu sehen, welch große Flächen des erwähnten Lake Naivasha von der Pflanze beinahe schon versiegelt sind. Klar, dass so nicht mehr genug Sauerstoff und Licht ins Wasser gelangen, was letztlich zum Umkippen und Absterben der Seen führen kann.

Außerdem problematisch: Dichte Pflanzenmatten können Wasserwege blockieren, Fischerei und Transport behindern, schrieb das Berliner StartupMag im Mai. Die Global Invasive Species Database beschreibt die Art als eine der schlimmsten Wasserunkräuter weltweit, heißt es dort, und weiter: Associated Press berichtete 2025 über den Lake Naivasha, wo Wasserhyazinthen die Arbeit von Fischern massiv erschweren. In dem Bericht wird HyaPak als lokales Startup beschrieben, das mit Fischern zusammenarbeitet, die Pflanzen ernten und trocknen, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Weiterverarbeitet zu biologisch abbaubarem Verpackungsmaterial.

Das News-Magazin Africa Global News beschrieb die Arbeit von HyaPak im April folgendermaßen: Dorfgemeinschaften ernten die Hyazinthen aus betroffenen Gewässern, trocknen sie und überführen sie in ein Verarbeitungssystem, in dem sie zerkleinert, mit natürlichen Bindemitteln versetzt und zu abbaubaren Produkten verarbeitet werden.

Auch hier wieder der Originatext: Communities harvest the hyacinth from affected water bodies, dry it, and channel it into a processing system where it is broken down, combined with natural binders, and formed into biodegradable products.

Nochmal das StartupMag: Nach Unternehmensangaben können die Produkte je nach Anwendungsfall innerhalb von drei bis sechs Monaten biologisch abgebaut werden, teilweise auch über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten.

Das kenianische Startup HyaPak arbeitet seit 2022 an dem Projekt. In seinem allerersten Blog-Eintrag im Dezember ’22 erinnert sich einer der Gründer, Joseph Nguthiru, an eine frühe Billboard-Kampagne in der Thika Road von Nairobi und schrieb damals, wie aufregend es sei, Teil einer Bewegung junger Menschen zu sein, die voller Energie an nachhaltigen Konzepten arbeiteten, um Umweltverschmutzung und Klimakrise zu bewältigen.

Sehr wahrscheinlich inspiriert von Joseph und seinen Mit-Student*innen, aber offenbar unabhängig von dem afrikanischen Startup HyaPak, forschen auch die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF), ein Firmenstiftungsverband im baden-württembergischen Denkendorf, an Wasserhyazinthen als Verpackungsmaterial. Im Oktober 2024 schrieb das Nachrichtenportal ingenieur.de: Die DITF […] präsentieren gemeinsam mit der Fiber Engineering GmbH ein Verfahren zur Herstellung von biologisch abbaubaren Pflanztöpfen. […] Zudem trägt die Produktion zur Bekämpfung der invasiven Wasserhyazinthe bei, deren Biomasse als Rohmaterial für die Pflanztöpfe verwendet wird.

Auch HyaPak prouzieren Töpfe für Setzlinge, aber ihre Produktpalette hat sich seit ’22 erheblich erweitert; längst gehören auch Versandverpackungen und Pakete, Folien zum Frischhalten von Obst und Gemüse, Geschenk- und Blumenverpackungen und vieles mehr zu ihrem Angebot.

Schon im Januar 2019 beschrieb übrigens ingenieur.de ein weiteres interessantes Projekt, das dem Wasserhyazinthen-Problem speziell am Viktoriasee an den Kragen will. Zusammen mit seinen Schülern wolle der kenianische Chemielehrer Richard Arwa das Problem der Verkrautung des 69.000 Quadratkilometer großen Sees angehen. Er gründete das Centre for Innovation Science and Technology, in dem von Küstenbewohnern des Sees gesammelte Pflanzenteile zunächst zu Zucker und anschließend zu Ethanol-Alkohol umgewandelt werden. Dieser kann zum Beispiel als Treibstoff, aber auch als Brennstoff zum Kochen verwendet werden.

Beide Projekte brauchen noch einiges an Forschung, bevor sie in wirklich großem Umfang funkionieren, aber die afrikanischen Forscher*innen geben die wichtigsten Initial-Impulse und zeigen so auch dem Rest der Welt, wie sich mit guten Ideen nachhaltige, klimafreundliche und umweltschonende Konzepte entwickeln lassen.

Kurz + bündig, KW 29

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Letzte Woche neu eingeführt, gibt’s auch an diesem Freitag wieder eine Kürzest-Zusammenfassung von News, die uns aufgefallen sind. Dabei geht es, wie so oft, vorwiegend um Themen aus dem Digitalen.

  1. Beinahe schon lustig ist, dass wir erst vor zweieinhalb Wochen einen Beitrag unter dem Titel Meta: einen Schritt vor, ½ zurück veröffentlicht haben. Dabei ging es um die Überwachung der Zuckerberg-Angestellten in den USA, die der Konzern wegen einer potentiellen Verletzung der Privatsphäre wieder zurückfahren musste. Diesmal geht es sogar einen ganzen Schritt zurück: Eine Funktion der KI-Bilderzeugung Muse Image, die auf der Basis von Inhalten öffentlicher Instagram-Konten neue (Fake-)Bilder generieren konnte, wird eingestellt. DER SPIEGEL berichtete letzten Samstag, und Business Insider schrieb Montag von einem PR-Desaster.
  2. Apple klagt gegen OpenAI – dabei geht’s um Diebstahl von Firmengeheimnissen, weil der ChatGPT-Hersteller Apple-Mitarbeiter*innen abgeworben haben soll, um ihnen Betriebsgeheimnisse zu entlocken. DIE ZEIT schrieb am Samstag: Es geht um das Wettrennen zweier Giganten. Am selben Tag berichtete auch DER SPIEGEL. Interessant in dem Zusammenhang: Offizieller ChatGPT-Lautsprecher soll sich bewegen, Akku und Kamera bieten, schrieb das Magazin Notebookcheck vorgestern. Er soll bewegliche Teile bieten, die ihn bei Interaktionen lebendiger wirken lassen sollen, er soll die Nutzer*innen mit der Zeit kennenlernen, und dabei sogar auf persönliche Informationen wie E-Mails zurückgreifen, und mittels Kamera und andere Sensoren seine Umgebung wahrnehmen können. Und hier der Zusammenhang mit dem ersten Teil dieser Nachricht: Das Produkt soll mit der Unterstützung von Apples ehemaligem Design-Chef Jonathan Ive entwickelt werden, und auch von mehr als 400 Ingenieuren profitieren, welche OpenAI von Apple abgeworben hat.
  3. Die EU droht Meta: Süchtig machende Apps ändern oder hohe Strafen riskieren! Schon vergangene Woche erwähnten wir hier, dass die EU-Kommission weitreichende Änderungen von Instagram und Facebook verlangt. Schnell wurde es konkreter: European Union warns Meta to change ‘addictive’ Facebook, Instagram features — or get big fines, schrieb die New York Post noch am selben Tag, und DER SPIEGEL betonte am Sonntag, dass der irische EU-Justizkommissar Michael McGrath den Vorstoß vorantreibt – wo doch sonst Irland häufig besonders als Unterstützer der großen Techkonzerne in Erscheinung tritt.
  4. Nichts geht mehr vor Gericht – das ist nicht nur peinlich, sondern unter Umständen sogar gefährlich, wenn Gewalttäter aus der U-Haft entlassen werden müssen, weil ihr Fall nicht bearbeitet werden kann. Vergangenen Montag hat ein IT-Ausfall die Arbeit der Berliner Straf- und Zivilgerichte weitgehend zum Erliegen gebracht, schrieb die Berliner Zeitung einen Tag später und ergänzte: Auch am Dienstag dauern die Probleme teilweise noch an. Hintergrund war laut SPIEGEL-Artikel vom Montag ein Lizenzproblem für eine Schnittstellensoftware, die für das Einwählen auf die Server nötig ist. Offenbar hat jemand die VPN-Rechnung nicht bezahlt.
  5. Vorsicht mit mobilen Ladegeräten auf Flugreisen! Der ADAC schrieb am Dienstag: Powerbanks können bei Überhitzung oder Defekten im schlimmsten Fall Feuer fangen. Im Flugzeug ist das besonders gefährlich. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO hat deshalb die Mitnahmeregeln weltweit verschärft. Unter anderem gilt: Mehr als zwei Powerbanks mitnehmen ist nicht mehr erlaubt. Am selben Tag schrieb DER SPIEGEL, Powerbanks seien Sicherheitsrisiko Nummer eins beim Fliegen.
  6. Sie sind »gefühlt« inzwischen allgegenwärtig – und offensichtlich gefährlich: Zahl der Toten bei E-Scooter-Unfällen steigt um mehr als 40 Prozent, schrieb DER SPIEGEL gestern.
  7. Und zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle, die sich über die große, fast monopolistische Marktmacht des Alphabet-Konzerns und insbesondere seiner Tochterfirma Sorgen machen: Google muss Konkurrenz-KI auf Android-Handys zulassen, meldete Deutschlandfunk heute. Die EU-Kommission wies Google an, die Chatbots der Konkurrenz zuzulassen und darüber hinaus Daten seiner Suchmaschine mit Wettbewerbern zu teilen.

Kurz + bündig, KW 27 + 28

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In unserer neuen News-Rubrik »Kurz + bündig« werden wir ab sofort Themen behandeln, die nicht unbedingt ausführliche Behandlung erfordern, aber trotzdem berichtenswert sind. In den vergangenen zwei Wochen sind uns diese Netzfunde aufgefallen:

  1. Die umstrittene und eigentlich totgeglaubte Chatkontrolle ist jetzt mit einem Verfahrens-Trick doch wieder auf die EU-Agenda gelangt. Ein schlechter Tag für die europäische Demokratie, ein herber Rückschlag im Kampf gegen anlasslose Massenüberwachung — EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola von der »maltesischen CDU«, der Partit Nazzjonalista, hat den EU-Rat dazu gebracht, eine im April ausgelaufene Ausnahmeregelung zu reaktivieren. Netzpolitik.org gestern: Online-Dienste wie Google oder Meta dürfen wieder freiwillig unverschlüsselte Inhalte ihrer Nutzer:innen durchleuchten, um darin nach bekannten oder unbekannten Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu suchen. Die Abstimmung sei chaotisch gewesen.
  2. EU-Kommission verlangt grundlegende Änderungen von Instagram und Facebook: Dazu gehört, dass personalisierte Empfehlungen reduziert werden sollen; außerdem werden endloses Scrollen, automatische Wiedergabe, Push-Benachrichtigungen kritisiert, und wirksame Begrenzungen der Bildschirmzeit sollen eingeführt werden. Dazu Netzpolitik.org heute, SPIEGEL heute.
  3. Schon bald könnten PS-3- und PS-Vita-Spiele einfach nicht mehr verfügbar sein, denn Sony kündigt an, die Download-Stores für Playstation 3 und PS Vita zu schließen – und in Zukunft nur noch digitale Downloads zu verkaufen. Sony am 1.7., nochmal Sony am selben Tag, und die Nachricht beim SPIEGEL: Bald werden neu erscheinende Playstation-Spiele nicht mehr auf physischen Datenträgern veröffentlicht […] Eine weitere Sony-Ankündigung demonstrierte auch gleich, wie in Zukunft manche Spiele einfach nicht mehr verfügbar sein könnten, wenn der Herausgeber oder Plattformbetreiber das so will.
  4. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor gefälschten E-Mails, die angeblich vom BKA stammen. Betrüger drohen mit Haftbefehl, schrieb der Verein am 3. Juli. Die Nachrichten, oft gezeichnet von einem angeblichen Oberstabsfeldwebel, enthalten täuschend echt wirkende Dateianhänge mit BKA-Briefkopf. Darin drohen die Täter mit Haftbefehlen, Einträgen in Straftäter-Registern und der Weitergabe an die Medien. Dringender Rat: Nicht reagieren und erst recht keine Dokumente senden!
  5. Noch in diesem Quartal beginnt Berlin mit anlassloser Massenüberwachung per Verhaltensscanner am Kottbusser Tor. Das berichtete Netzpolitik.org am 3.7. und erklärte: Verhaltensscanner sind KI-Systeme, die Videoaufnahmen daraufhin analysieren, was Menschen gerade tun. Nach der Testphase am »Kotti« ist die Ausweitung geplant: Später soll das System auch an weiteren hochfrequentierten Orten das Verhalten von Passant*innen analysieren.
  6. Fast schon täglich grüßt dieses Murmeltier: Erneut entlässt Microsoft Menschen, und erneut wegen KI. Microsoft baut weitere 4800 Stellen ab, heißt es in einem SPIEGEL-Bericht von Dienstag. Das Unternehmen will seine Belegschaft um zwei Prozent reduzieren, und die geschäftsführende Vizepräsidentin Amy Coleman sagt zwar, die wegfallenden Jobs würden nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt, aber [d]ie zunehmende Automatisierung verändere die Arbeitsprozesse. (Original-Beitrag im Microsoft-Blog von Montag.)
  7. Social-Media-Sucht von Kindern: US-Bundesstaaten fordern 1,4 Billionen Dollar von Meta, titelte das Manager Magazin ebenfalls am Dienstag. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey sind die Kläger, die jetzt die Rekordsumme von 1.400 Milliarden Dollar aufrufen; zusammen mit 25 anderen US-Bundesstaaten werfen sie dem Instagram-Facebook-Konzern andauernde Verstöße gegen den Children’s Online Privacy Protection Act vor, also das US-Bundesgesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet.

Meta: einen Schritt vor, ½ zurück

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Es ist noch gar nicht lange her, da hatten wir berichtet, dass der Zuckerberg-Konzern seine Mitarbeitenden 24/7 überwachen wollte. Jetzt ist das Unternehmen zurück-… naja, nicht -gerudert, sondern eher -gepaddelt.

Kurz der Hintergrund: Im April hatte der Tech-Gigant (Facebook, Instagram, Threads, Whatsapp, LLaMA-KI) damit begonnen, alle Mitarbeitenden in den USA invasiv zu überwachen. Mausbewegungen, Klicks und Tastatur-Eingaben werden getrackt und analysiert; mit den Daten sollen laut der Firma die betriebseigenen KI-Modelle trainert werden. Also besagtes LLaMA und in der Konsequenz auch die Meta AI und agentische KI-Anwen­dungen. Der Konzern will den Einsatz von KI massiv ausbauen und hat laut einem SPIEGEL-Artikel vom 22.4. die Angestellten auch dazu aufgerufen, KI-Agenten für eine Vielzahl von Aufgaben wie das Programmieren einzusetzen, auch wenn die Software zunächst mehr Arbeit verursache. Daraufhin haben wir hier in unseren News eine Person, die bei Meta gearbeitet hat, mit der Aussage zitiert, die Unternehmensleitung sei besessen von KI.

Nur dumm, dass Künstliche »Intelligenz« mit zahlreichen Problemen ausgeliefert wird. Viele davon haben wir hier an vielen Stellen schon besprochen, auch den Sicherheitsaspekt, der dem Unternehmen jetzt offenbar auf die Füße fällt: Meta left potentially sensitive information collected from employee laptops accessible to anyone inside the company, schrieb das Tech-Magazin Wired in einem Beitrag vom 22. Juni. Wenn potentiell sensitive Informationen […] für alle innerhalb der Firma zugänglich sind, dann ist das ja tatsächlich eher suboptimal. Deswegen, so schrieb es dann auch DER SPIEGEL einen Tag später, stoppt Meta das Überwachungsprogramm erstmal wieder.

Meta bestätigt, dass es den Vorwürfen mit einer Untersuchung nachgeht, macht jedoch keine Angaben dazu, wie lange das Tracking-Programm ausgesetzt bleibt, heißt es in dem Artikel, und der Prozess greift anscheinend auch nicht sofort: Es werde einige Zeit dauern, bis das Programm für alle Nutzerinnen und Nutzer eingestellt sei.

In sofern ist es eben wirklich nur ein halber Schritt zurück; sehr wahrscheinlich wird das Spionieren wieder aufgenommen, sobald die Sicherheitslücke geschlossen ist – zumindest bis zum nächsten Vorfall.

Ach, und apropos Meta: Das Alphabet-Unternehmen Google hat laut einem anderen SPIEGEL-Bericht den Zugang zu seiner Gemini-KI für den Konkurrenten Meta eingeschränkt. Der Grund dafür sei, dass Meta mehr Rechenkapazität angefordert habe, als der Rivale Google bereitstellen könne, zitiert das Magazin die Financial Times. Und apropos Zugangsbeschränkung: Die US-Regierung hat nach der Anthropic-Sperre jetzt auch das neue OpenAI-KI-Modell stark beschränkt. Zugriff auf die Vorschauversion von Modellen der GPT-5.6-Reihe bekomme nur eine abgestimmte kleine Gruppe von Partnern […] Die Freigaben seien zunächst nur in den USA erteilt worden, schrieb DER SPIEGEL vergangenen Samstag. Anthropics Fable 5 und Mythos 5 hingegen können mittlerweile auch wieder von Menschen außerhalb der USA genutzt werden, heißt es heute beim SPIEGEL.

»KI« – die »Kostenlos-Illusion«

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Prima: Schnell mal eine lästige E-Mail an Copilot oder ChatGPT übergeben, bunte Slides für die neue Präsi von Stable Diffusion erstellen lassen oder Google Veo 3 um ein stimmungsvolles Sonnenaufgangs-Video für Social Media bitten … Das war ironisch. Denn erstens hat jede »KI« eine enorme Menge an Nachteilen, die wir schon öfters thematisiert haben¹, und zweitens ist das nicht mehr lange so günstig (oder sogar umsonst) wie bisher.

Vor knapp einem Monat titelte DER SPIEGEL: Das könnte der Anfang vom Ende kostenloser KI sein. Der Bezahlartikel ist ein Rückblick auf die Entwicklerkonferenz Google I/O, und die meisten der dort vorgestellten Neuheiten wird es, so das Magazin, nur im Abo geben, das bis zu 220 Euro kosten kann.

Zwei Wochen später, am 2. Juni, schrieb Uli Weißgerber für MSN: Die Ära der kostenlosen Tech-Giganten ist vorbei; schon am 5. Mai hat die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Eva Wolfangel einen Beitrag mit Screenshot auf LinkdeIn gepostet: Günstiger wird KI vermutlich nicht. Zusammen mit der IT- und Cyber-Journalistin Svea Eckert veröffentlichte sie am 13. Mai eine Folge des gemeinsamen Podcasts »They Talk Tech«. Darin sagt sie: Das ist übrigens die große Falle, vor der wir jetzt gerade stehen, dass KI nicht so billig ist, wie es jetzt gerade wirkt. (Timecode: [02:16])

Der Grund ist, wie so oft, das liebe Geld. Aktuell wird in »KI«-Entwicklung noch enorm viel Geld investiert; Wolfangel sagt, dass die Firmen, Investoren das gerade noch massiv bezuschussen. Und Eckert bestätigt das mit dem Hinweis, dass OpenAI, der ChatGPT-Entwickler, in diesem Jahr voraussichtlich 14 Milliarden US-Dollar verbrennen werde. Momentan werden einzelne Anfragen an die LLMs noch, wenn überhaupt, mit Bruchteilen von Cent-Beträgen abgerechnet, aber Wolfangel sagt, ihre große Sorge sei, dass die ja irgendwann realistische Preise verlangen werden. Müssen sie ja. Sie beobachte schon jetzt im eigenen Umgang mit Claude Code, dass bei ihrem 20-Dollar-Abo das Budget an Operationen viel schneller verbraucht sei als früher.

Naja, und irgendwann warten die Investor*innen, Shareholder, Stakeholder natürlich auf ihre – aus ihrer Sicht redlich verdienteKapitalrendite, oder anglizistisch ROI (Return on Investment). Sie wollen Gewinne aus den Investitionen sehen, denn zumindest im Kapitalismus investiert niemand aus bloßem guten Willen. Im oben verlinkten MSN-Artikel liest sich das so: Die KI-Revolution verschlingt Milliarden an Infrastrukturkosten, die Werbung allein nicht mehr deckt. Deswegen sei zum Beispiel Meta dabei, neue Monats-Abos zu lancieren, nämlich »Instagram Plus«, »Facebook Plus« und »WhatsApp Plus«, die zwischen knapp drei und knapp vier Dollar kosten sollen – und Meta One – ein gestaffeltes KI-Abo. Die kostenlose Basis-Version bleibt für Gelegenheitsnutzer. Doch wer ernsthaft mit KI arbeiten will, zahlt: 7,99 Dollar für Meta One Plus, 19,99 Dollar für Meta One Premium.

Deswegen schrieb auch Tamara Berger von Pegasystems Inc., einem US-amerikanischen (»KI«-)Software-Hersteller, am 4. Juni bei LinkedIn: Die Zeiten, in denen KI-Modelle praktisch kostenlos genutzt werden konnten, sind vorbei. (…) Besonders teuer sind die sogenannten Reasoning-Tokens, die für eigenständige Entscheidungen der KI verbraucht werden.

Firmenkunden sollten jetzt hellhörig werden. Welche Auswirkungen hat es auf das Budget, wenn die Anbieter von »Künstlicher Intelligenz« ihre Preise anheben? Und dann noch mal anheben, und danach vielleicht noch einmal? Allemal sinnvoll ist es zu überlegen, welche Anwendungen wirklich unersetzlich sind (Spoiler: das dürften nur sehr wenige sein, siehe auch den nächsten Absatz), und alle anderen abzuschaffen.

Übrigens gilt schon jetzt, bevor die erwartbaren Preissteigerungen oder Umstellungen von kostenlos auf kostenpflichtig überhaupt in Kraft getreten sind, dass künstliche Intelligenz trotz Automatisierung oft teurer ist als menschliche Arbeit, schrieb die Weltwoche in einem Artikel vom 2. Juni 2026. So habe der Konzern Microsoft begonnen, einen Grossteil seiner direkten Lizenzen für Claude Code des KI-Unternehmens Anthropic zu kündigen, der Taxi-Konkurrent Uber habe bereits in den ersten vier Monaten des Jahres sein gesamtes Budget für KI-Programmierwerkzeuge aufgebraucht, und insgesamt werfe diese Entwicklung neue Fragen zur Wirtschaftlichkeit künstlicher Intelligenz auf. Zwar versprechen Unternehmen und Investoren seit Jahren erhebliche Produktivitätsgewinne, doch die dafür benötigte Rechenleistung bleibt teuer. Der Artikel zitiert auch den Nvidia-Manager Bryan Catanzaro mit den Worten: Für mein Team liegen die Kosten für Rechenleistung deutlich über den Kosten für die Mitarbeitenden.

Ach, und noch eins in dem Zusammenhang: Gerade hat die US-Regierung den Export von Anthropics »KI« verboten; als Grund wird die »Nationale Sicherheit« behauptet. Es ist also in dem Fall noch viel krasser: Claude ist nicht bloß teurer geworden, sondern nicht mehr verfügbar für nicht-amerikanische Anwender*innen. Markus Beckedahl, Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie und Mitinitiator der Konferenz re:publica, hat darüber vorgestern in der Tagesschau gesprochen. Er sagte: Donald Trump hat die Möglichkeit, über sogenannte Exportkontrollen (…) im Namen einer diffusen Nationalen Sicherheit einfach mal den Export von amerikanischer Software und Infrastrukturen außerhalb der USA zu untersagen. (…) Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut, dieses KI-Modell zu verwenden; Sie haben da jetzt gerade schon reininvestiert, und über Nacht ist auf einmal das ganze nicht mehr zugänglich.

Und dieses Problem, so Beckedahl weiter, ist auch längst nicht auf »KI« oder die Firma Anthropic beschränkt: Das kann auch mit anderer amerikanischer Software passieren, wenn Sie nicht mehr an Ihre Windows-Software herankommen, wenn Sie nicht mehr an Ihre Outlook-E-Mails rankommen, wenn Sie nicht mehr an Microsoft Teams rankommen (…)

E-Fuels, die ewigen Stehaufmännchen

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Für die jüngeren Leser*innen erstmal vorweg: Stehauffiguren sind Gegenstände, meistens in Menschenform, die eine runde Unterseite und einen tiefen Schwerpunkt haben. Deswegen kommen sie immer wieder in eine aufrechte Position, wenn man versucht, sie umzukippen. Ähnliche Hartnäckigkeit zeigen synthetische Kraftstoffe. Mit einem Unterschied: Stehauffiguren sind lustig, E-Fuels einfach nur penetrant. Und ein Ablenkungsmanöver.

Ulrike Herrmann ist nicht irgendjemand. Die gelernte Bankkauffrau, studierte Journalistin, Geschichtswissenschaftlerin und Philosophin hat sechs Bücher veröffentlicht, die sich vor allem mit Wirtschaftsthemen auseinandersetzen, und ist gefragte Expertin in Talks und Debatten. Wenn sie schreibt: E-Fuels sind reines Wunschdenken, dann lohnt es zumindest mal zuzuhören. In einem drei Jahre alten Kommentar für die taz schrieb sie, leider sei es eine große Energieverschwendung, Ökostrom in E-Fuels umzuwandeln. Der Wirkungsgrad liegt bei ganzen 15 Prozent. Hm, naja – hat sich daran in den vergangenen drei Jahren vielleicht was geändert?

Schauen wir doch mal, was die Tagesschau in diesem Januar dazu veröffentlicht hat: Um E-Fuels herzustellen, sind riesige Strommengen nötig - mindestens fünfmal so viel wie für den Betrieb von E-Autos. Das wird teuer: […] für eine Menge von etwa 63 Millionen Tonnen E-Fuels [müsste] mindestens eine Billion Euro investiert werden. Zum Vergleich: Im deutschen Straßenverkehr werden allein derzeit etwa 50 Millionen Tonnen herkömmliche, fossile Kraftstoffe verbraucht. Das wären dann also knapp 800 Milliarden Euro.

Und der MDR titelte zwar im März ’26: Synthetische Kraftstoffe in Deutschland künftig wettbewerbsfähig, meinte damit aber in Wirklichkeit, dass in der Luft und auf dem Wasser […] klimafreundliche Kraftstoffe bald wettbewerbsfähig sein könnten.

Mit Betonung auf könnten.

Die Überschriften, speziell aus der Zeit der Ampelkoalition mit ihrem Verkehrsminister Volker Wissing, klingen immer wieder großspurig und hyper-optimistisch: Klimaneutrale Kraftstoffe für die Mobilität von morgen kündigte die Technische Universität Bergakademie im sächsischen Freiberg im Mai 2023 an, als Reaktion auf einen eigenen Forschungserfolg zusammen mit dem Chemieanlagenbau Chemnitz. 380.000 Liter grünes Benzin (E-Fuel) plant ein Konsortium aus Forschung und Industrie […] in den kommenden vier Jahren herzustellen, hieß es da. Gefördert wurde das Projekt mit 12,78 Millionen Euro Steuergeldern. Im Januar 2026 berichtete dieselbe Uni dann von einem Meilenstein auf dem Weg zur E-Fuels-Industrieanlage. Von Autos keine Rede mehr, und das als Ausgangsstoff für die Synthese des grünen Kraftstoffs eingesetzte E-Methanol stammt dabei aus dem dänischen Kassø.

Wie genau funktioniert denn das nun eigentlich mit den E-Fuels? Zum Einstieg sei ein Factsheet  des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) empfohlen, das zu dem Schluss kommt: Zentral in Industrie, Luft- und Schifffahrt – unbedeutend für das Auto. Aber wieso schrieb die Freiberger Uni denn überhaupt, dass eine bis zu 90-prozentige CO₂-Einsparung gegenüber fossilem Benzin möglich sei? Die synthetischen Kraftstoffe werden doch mit herkömmlichen Otto-Motoren verbrannt und stoßen dadurch logischerweise CO₂ aus, oder?

Ja-ha!, rufen die E-Fuels-Befürworter (ungegendert, weil meistens Männer), aber sie haben vorher schon CO₂ aus der Atmosphäre geholt! Und das geht laut dem Wirtschaftsmagazin CleanThinking so: In der Regel wird durch Elektrolyse Wasserstoff gewonnen. Dieser wird mit CO₂ vermischt. Das kann beispielsweise aus Industrieprozessen stammen oder als Direct Air Capture aus der Umgebungsluft oder aus biogenen Prozessen (Biomasse) gewonnen werden.

Moment mal, Direct Air Capture … da war doch was …

Der Bericht The State of Carbon Dioxide Removal, den die Universität Oxford seit 2023 herausgibt, schätzt die Kosten für die technische CO₂-Entnahme auf 100 bis 300 USD pro Tonne. (Wikipedia) Das Engagement für die CO₂-Entnahme ist derzeit aber nicht einmal annähernd so gross, wie es eigentlich sein müsste. Zwischen Soll und Haben klafft eine geradezu gigantische Lücke. (NZZ, Januar 2023) Technisch sind Prozesse, mit denen E-Fuels hergestellt werden können, grundsätzlich umsetzbar. Vor allem kommt das seit hundert Jahren bekannte Fischer-Tropsch-Verfahren in Frage, mit dem etwa Südafrika rund 30 Prozent seines Treibstoffbedarfs deckt. Dort ist derzeit vor allem Kohle der Rohstoff - so wie zur Zeit der Erfindung des Prozesses. Die Nutzung von CO₂ als Ausgangsstoff (etwa aus dem Abgas von Industrieanlagen oder aus der Luft) ist dagegen technisch deutlich anspruchsvoller. Entsprechende Anlagen im Industriemaßstab existieren noch nicht. (Tagesschau, Oktober 2025)

Was also theoretisch möglich ist, und was tatsächlich wirtschaftlich umgesetzt werden kann, sind die berühmten zwei Paar Schuhe. Trotzdem argumentiert zum Beispiel die Automobil-Lobby, als wäre ein grüner, günstiger Verbrenner-Treibstoff Realität.

Umgekehrt wird schon eher ein Schuh draus: Das teure, aufwendige Verfahren der E-Fuel-Gewinnung ist überhaupt nur da ansatzweise gerechtfertig, wo es keine echten Alternativen gibt: in der Luft- und Seefahrt. Bei letzterer gibt es auch die Idee, den grün gewonnenen Methanol-Alkohol gleich direkt als Treibstoff einzusetzen – aber selbst das ist alles andere als einfach, schrieb DER SPIEGEL im April 2025.

Im Bereich der individuellen Mobilität sind E-Fuels schlicht Greenwashing mit dem Zweck, die sterbende Autoindustrie mittels künstlicher Beatmung und Ernährung weiter am Leben zu erhalten. Einen Bezahlartikel aus dem Februar 2025 betitelte DER SPIEGEL denn auch so: Ärger um E-Fuels – Das vergiftete Versprechen vom Wundersprit. Und die taz schrieb zur selben Zeit: Bei Luft- und Schifffahrt könnten synthetischen Kraftstoffen die Klimabilanz heben. Für Pkws kommen sie nicht in Frage. Das zeigt eine neue Studie.

Die zitierte Meta-Studie hat das FÖS Anfang 2025 veröffentlicht. Darin heißt es einerseits, E-Fuels seien für die Erreichung der Klimaziele tatsächlich von zentraler Bedeutung. In einigen Bereichen wie im Luft- oder Schiffsverkehr sind sie unverzichtbar, z. B. weil eine Elektrifizierung nicht vollständig möglich ist, aber andererseits eben auch: Im Pkw-Verkehr sind E-Fuels allerdings keine Lösung: Sie kommen zu spät, in zu geringen Mengen und sind sehr teuer. Ihre geringe Effizienz und der hohe Ressourcenbedarf sind hinzu schlecht für die Umwelt.

In einem Special zu ihrer Show MAITHINK X sprach die Wissenschafts-Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim im März 2024 mit Dr. Falko Ueckert vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (auch die dazugehörige Show selbst ist sehenswert und aufschlussreich). Sein Vorschlag: Echte, gelebte Technologieoffenheit wäre ein hoher CO₂-Preis, der allen Technologien ein level playingfield schafft […] Denn das, was die FDP in der Ampel und die aktuelle CDU-SPD-Koalition unter Technologieoffenheit verstanden und verstehen, ist eben die Behauptung, dass bestimmte Technologien sich anders entwickeln werden als aus der Wissenschaft prognostiziert.

Im Fall der aktuell wieder einmal diskutierten E-Fuels im Straßenverkehr ist genau das Gegenteil der politischen Erzählung wahr: Nicht nur sind sie fürs Betanken von Autos zu teuer, noch viel zu sehr in den Kinderschuhen und viel zu rar, sondern die Debatte tut darüber hinaus zweierlei: Sie gaukelt Auto-Neukäufer*innen vor, dass auch die Entscheidung für einen Verbrenner zukunftssicher sei – und sie reduziert potenziell indirekt den Forschungseinsatz in den Bereichen, wo E-Fuels tatsächlich nach Überzeugung aller seriösen Forschenden gebraucht werden. Noch einmal: Das sind Industrie, Schiff- und Luftfahrt, wo es kaum Alternativen zum Verbrennen gibt. Selbst die AUTO BILD schrieb in einem Beitrag aus dem Mai 2025: Die Menge an Strom, mit der E-Fuels für 100 Kilometer Reichweite hergestellt werden, würde ein batterieelektrisches Auto 700 Kilometer weit fahren lassen.

Am Rande: Eine möglicherweise interessante Alternative zur Erzeugung von E-Fuels mittels Strom aus Erneuerbaren könnte ein Projekt von Forscher*innen der ETH Zürich sein: Das Schweizer Unternehmen Synhelion hat mitten im Nirgendwo in der Nähe von Jülich, einer Kleinstadt bei Aachen, im Sommer 2024 eine Produktionsanlage für synthetisches Rohöhl eröffnet, wie die Tagesschau seinerzeit berichtete. Mithilfe von sehr hoher Hitze wird in einem thermochemischen Reaktor aus Kohlenstoff und Wasser zunächst ein sogenanntes Synthesegas erzeugt, das dann vor Ort in flüssiges synthetisches Rohöl umgewandelt wird. Dieses flüssige Rohöl ist in handelsüblichen Fässern einfach zu transportieren und kann in konventionellen Ölraffinerien zu Diesel oder Benzin für Autos oder zu Kerosin für Flugzeuge weiterverarbeitet werden, heißt es da, und weiter, die Anlage von Synhelion [nutzt] die Sonne selbst. Dafür werden die Spiegel, die alle ferngesteuert bewegbar sind, so ausgerichtet, dass sich alle Sonnenstrahlen auf einen einzigen Punkt an der Spitze des Turmes konzentrieren.

CO₂-neutral wird auch dieses Verfahren nur auf technischen Umwegen: Als Quelle für den Kohlenstoff, der im Reaktor benötigt wird, setzt Synhelion auf Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen und Produktionsabfällen einer Papierfabrik. Wir erinnern uns, die Extraktion von CO₂ ist aufwendig und kostenintensiv. Hinzu kommt, dass die Anlage nur wenige Tausend Liter jährlich des synthetischen Rohöls produzieren kann, nicht zuletzt, weil in Deutschland nicht zuverlässig genug die Sonne scheint. Also auch hier wieder Dunkelflaute für den großflächigen Einsatz im Individualverkehr. In Spanien sollte deswegen die zweite Anlage entstehen, die das ehrgeizige Ziel hatte, 1.000 Tonnen Treibstoff pro Jahr herzustellen. Diese Pläne hat das Unternehmen begraben, wie das Schweizer Nachrichtenportal NAU im Sommer 2025 berichtete. (Und nur ganz nebenbei: Weiter oben steht, dass in Deutschland allein im Straßenverkehr 50 Millionen Tonnen gebraucht werden, also das Fünfzigtausendfache.)

Apropos »Spanien«: Wie handhaben unsere europäischen Nachbarn das Thema E-Fuels?

Also, in Bilbao soll eine der weltweit größten E-Fuel-Produktionsstätten gebaut werden. Auftraggeber: der spanische Erdölkonzern Repsol und die größte Erdölfördergesellschaft der Welt, die saudi-arabische Aramco. In einem spanischen Artikel aus dem Mai 2023 ist die Fertigstellung für Ende 2025 angekündigt, inzwischen heißt es an anderer Stelle bereits, dass es bis 2027 dauern werde.

In einem Artikel der italienischen Finanz-Zeitung Il Sole 24 Ore aus dem März 2023 heißt es unter der Überschrift E-Fuels – warum sie in Italien nicht produziert werden: Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass die Kosten zu hoch sind.

In Frankreich sind zwar offenbar viele E-Fuel-Lobbygruppen aktiv, aber trotzdem schrieb das Technologie-Magazin Techniques de l’Ingénieur im Oktober 2024: Französische Projekte fokussieren sich auf Luftfahrt und Schiffsverkehr.

In Großbritannien sollen selbst laut einer E-Fuels-freundlichen Spezialausgabe  des Magazins »Energie und Mittelstand« schon bis 2030 80 % E-Autos Pflicht sein. Das ist in vier Jahren; unwahrscheinlich, dass noch wesentliche Forschungsenergie in synthetische Kraftstoffe fließen wird.

Abschließend noch einmal der Potsdamer Forscher Falko Ueckert im oben verlinkten MAITHINK-Xperts-Special: Es macht viel mehr Sinn, die sehr knappen E-Fuels dahin zu bringen, wo riesige Mengen, riesige Bedarfe bestehen. […] Der Flugverkehr, der Schiffsverkehr und die Chemie brauchen riesige Mengen an Kohlenwasserstoff. […] Da macht’s überhaupt keinen Sinn, die E-Fuels umzulenken jetzt irgendwie noch in den PKW-Bestand.

Meta: »KI«-besessen und im Entlassungsrausch

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Every breath you take
And every move you make
Every bond you break
Every step you take
I’ll be watching you …

 
Der größte Hit von The Police beschreibt das Mindset eines besessenen Liebhabers; Sting erinnert sich später: I think I was thinking of Big Brother, surveillance and control. Für den Facebook-Instagram-Threads-WhatsApp-Mutterkonzern Meta könnte der Song zur Erkennungsmelodie werden. Denn aus dem kalifornischen Menlo Park kam gerade die Nachricht, dass der Social-Media-Gigant künftig die Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge aller Mitarbeitenden tracken wird. Wozu? Natürlich, um »KI« zu trainieren. Heißt es.

Zuerst hat die Nachrichtenagentur Reuters am 21. April über die Meta-Pläne berichtet, gefolgt von der britischen BBC noch am selben Tag. Meta is installing new tracking software on U.S.-based employees’ computers to capture mouse movements, clicks and ​keystrokes for use in training its artificial intelligence models, schrieb Reuters und fügte hinzu, die Maßnahme sei Teil einer größeren Initiative mit dem Ziel, »KI«-Agenten zu entwickeln, die autonom Arbeitsaufgaben erledigen sollen. »Model Capability Initiative (MCI)« nenne sich das Tool, und in einem Memo heiße es auch, dass MCI gelegentlich Screenshots des aktuellen Bildschirms machen werde.

(Wer jetzt irgendwie ein Déjà-Vu-Gefühl bekommt, liegt ganz richtig: Es ist noch nicht lange her, dass Microsoft mit einer »Recall« genannten, automatisierten Screenshot-Funktion seiner »KI« »Copilot« für große Aufregung gesorgt hat. Vor ziemlich genau einem Jahr nannte die BBC das Tool einen privacy nightmare, also einen Privatsphären-Alptraum. Nachdem sich die Wogen geglättet haben, liefert Microsoft jetzt »Copilot+« erneut mit »Recall« aus, mit dem kleinen Unterschied, dass es nicht automatisch aktiviert ist.)

Auch DER SPIEGEL veröffentlichte vorgestern einen Bericht zu dem neuen Meta-Vorstoß. Darin wird Firmensprecher Andy Stone mit den Worten zitiert: Wenn wir Agenten entwickeln wollen, die Menschen bei alltäglichen Aufgaben am Computer unterstützen, benötigen unsere Modelle dafür reale Beispiele, wie Menschen diese Arbeiten durchführen.

Natürlich geht es dabei überhaupt gar nicht darum, Mitarbeitende zu überwachen! Reuters schrieb am vergangenen Dienstag: Stone said the data gathered via MCI would not be used for performance assessments or any other purpose besides model training, also etwa: Stone sagte, dass die mittels MCI gesammelten Daten nicht für Leistungsbeurteilungen oder zu irgendeinem anderen Zweck als dem des ›KI‹-Trainings verwendet würden.

Aber es geht wohl durchaus darum, »effizienter« zu werden. Dazu passt, dass der kalifornische Mega-Konzern schon ab Mai plant, weltweit ein Zehntel seiner Mitarbeitenden zu entlassen. Die also jetzt noch eben schnell der »KI« beibringen müssen, wie die dann ihren Job erledigen kann.

Apropos »Mitarbeitende« – wie finden denn die eigentlich den jüngsten Move ihrer Company? In dem Zusammenhang zitiert der oben verlinkte BBC-Artikel vom 21.4. eine*n Angestellte*n, di*er es vorzieht, anonym zu bleiben. Es fühle sich »dystopisch« an, wenn jede noch so kleine Aktion auf dem Computer aufgezeichet werde und gleichzeitig weitere Jobkürzungen zu erwarten wären. Und di*er Mitarbeitende sagt auch: This company has become obsessed with AI. Eine andere Person, die den Konzern schon verlassen hat, bestätigt, das neue Tracking-Tool sei bloß die neueste Methode, wie sie ›KI‹ allen aufzwingen. »Obsessed«, also »besessen«, ist die Firma sicherlich nicht zuletzt deswegen, weil in »KI« Unsummen an Investitionen geflossen sind. Bis zu 72 Milliarden Dollar allein 2025, schätzte im vergangenen Juli das Online-Magazin TechCrunch. In diesem Jahr könnten es sogar bis zu 135 Milliarden werden, schrieb DER SPIEGEL gestern in einem Bericht über die geplanten Entlassungen.

Noch mal kurz zurück zum Thema »Daten werden nur zu ›KI‹-Trainingszwecken verwendet«; hier ein kurzer Ausflug an die Schnittstelle zwischen Tech und Gesetz: Keylogger werden kleine Programme genannt, die alle Tastatureingaben eines Computers registrieren und weitergeben. Sie gehören in die Kategorie der Spyware. Das ist Software, die Daten eines Computernutzers ohne dessen Wissen oder Zustimmung an den Hersteller der Software […] [oder] an Dritte sendet […] Auch Nachrichtendienste nutzen Spyware, um Informationen über Personen zu sammeln. So steht’s in der Wikipedia.

Was Meta plant, wäre zumindest in Deutschland als »Ausspähen von Daten« nach § 202a StGB strafbar. Aber der Konzern sitzt ja in den USA. Da gelten bekanntlich andere Regeln, auch beim Thema Privatsphäre.

Ifeoma Ajunwa, eine Rechtsprofessorin an der Elite-Uni Yale, sagt in dem ursprünglichen Reuters-Artikel, dass Firmen in der Vergangenheit Logging- und Screenshot-Programme zum Beispiel dazu verwendeten, Fehlverhalten und nicht arbeitsbezogene Aktivitäten von Angestellten aufzuspüren. The move to log employees’ keystrokes takes the data-gathering goals a step further, she said, subjecting white-collar employees to a degree of real-time surveillance previously experienced only by delivery drivers and gig workers. Auf Deutsch klingt das etwa so: Der Schritt, die Tastatureingaben von Angestellten mitzuschneiden, treibe die Datensammlungsziele auf die nächste Stufe, sagte sie, indem Büroangestellte demselben Maß an Echtzeit-Überwachung ausgesetzt würden wie bisher nur Lieferfahrer und Aushilfskräfte.

Aber viel dagegen machen kann man wohl nicht, meint die Expertin: On the U.S. side, federally, there is no limit on worker surveillance. Überwachung ohne Grenzen. Zumidest innerhalb der Grenzen der USA.

LinkedIn will’s wissen

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Microsoft führt eine der größten Industriespionage-Operationen der modernen Geschichte durch. Das klingt erstmal wie Klickbait; im Original lautet der Satz: Microsoft is running one of the largest corporate espionage operations in modern history. Klar, damit kann man Aufmerksamkeit generieren. Aber – was, wenn’s einfach stimmt?

Denn danach sieht es tatsächlich fast aus.

Fairlinked – Allianz für digitale Fairness e.V. ist nach eigenen Angaben a non-profit association and advocacy group of commercial Linkedin users, also ein gemeinnütziger Zusammenschluss und Interessenverband kommerzieller LinkedIn-Nutzer*innen. Der Verein sitzt im nordrhein-westfälischen Greven, einer Stadt mit 38.000 Einwohnern zwischen Münster und Osnabrück, und hat Anfang März die Investigations- und Kampagnen-Website Browsergate ins Leben gerufen. (Der Name soll offensichtlich an den Watergate-Skandal von 1972 erinnern, der 1974 den US-Präsidenten Richard Nixon zu Fall brachte.)

Die österreichische Website Futurezone berichtete am 7. April über den Fall, und Blogger Sascha Pallenberg veröffentlichte am 11. April¹ ein fast halbstündiges Video zu dem Thema. Darin sagt er: LinkedIn weiß ganz genau, welche identifizierte Person in welchem Unternehmen bestimmte Software nutzt.

¹ Dieser YouTube-Link wird über Invidious umgeleitet, um Googles Datenspionage zu verhindern. Falls Invidious gerade mal wieder von Alphabet geblockt wird, ist hier der direkte YouTube-Link zum Copy-pasten: https://www.youtube.com/watch?v=IZB1h3tKRH4

Schauen wir mal genauer.

Eines der Fairlinked-Mitglieder ist laut Impressum des Vereins »Steven Morell«. Ein PCMag-Artikel vom 7. April identifiziert ihn als Gründer von Teamfluence, einer sozialen B2B-Verkaufsplattform für Sales-Teams auf LinkedIn, wie es in seiner Eigendarstellung auf Substack heißt. Eine weitere Person im Impressum von Fairlinked wird als »J. Liebling« angegeben. Teamfluence ist in Estland unter der Firmierung »Teamfluence OÜ« registriert, und im dortigen Handelsregister ist ein Jan-Jakob Liebling als Verantwortlicher der Niederlassung in Tallinn eingetragen (wie der Blogger Nick Heer in einem Post vor rund zwei Wochen erwähnte).

Kann Zufall sein, muss aber nicht.

(Zur dritten im Impressum als »Board Member« angegebenen Person »M. Sayed« lässt sich alles und nichts herausfinden. Menschen mit diesem Namen gibt es viele, aber – so scheint es zumindest – niemanden mit offensichtlichen Verbindungen zu Teamfluence.)

Teamfluence wiederum hat ein Interesse an Browser-Erweiterungen, denn in den FAQs auf der Teamfluence-Website heißt es: Do I need to install a browser extension?Yes. Teamfluence uses a browser extension to capture LinkedIn signals from your team members’ profiles. It takes about two minutes to install per person.

Wenn man jetzt ganz pingelig sein möchte, müsste man sagen: Ah, Teamfluence spioniert also auch die Kund*innen-Browser aus. Einer der Unterschiede: Sie machen es transparent; anders als das Microsoft-Business-Portal, siehe zwei Absätze weiter unten.

In einer ersten Reaktion hat LinkedIn die Vorwürfe erwartungsgemäß zurückgewiesen, wie COMPUTER BILD vor knapp zwei Wochen berichtete. Der Konzern argumentiert damit, dass in seiner Datenschutzrichtlinie das Scannen von Add-ons sehr wohl erwähnt werde.

Und im weitesten Sinne stimmt das auch; dort steht lapidar: Wir erhalten auch Informationen über Ihr Netzwerk und Ihr Gerät (z. B. Ihre IP-Adresse, Ihren Proxy-Server, Ihr Betriebssystem, Ihren Webbrowser und Ihre Add-ons, Ihre Gerätekennung und -funktionen, Ihre Cookie-IDs und/oder Ihren Internetanbieter bzw. Ihren Mobilfunkbetreiber). Trotzdem hat Fairlinked natürlich auch recht, denn explizit wird nicht auf diese Scans hingewiesen. Wer sich bei LinkedIn anmeldet, muss die Datenschutz-Hinweise akzeptieren, und Hand aufs Herz: Wer hat die wirklich aufmerksam gelesen damals? Und wer hat die E-Mails gelesen, mit denen regelmäßig Änderungen der Datenschutzerklärung angekündigt werden?

LinkedIn schießt umgekehrt gegen Teamfluence. Der Bericht von COMPUTER BILD zitiert den Konzern: Der Betreiber dieser Website wurde wegen Daten-Scraping von LinkedIn gesperrt. Die von Teamfluence in seinen FAQs erwähnte Browser-Erweiterung ist also offenbar von LinkedIn blockiert worden.

OK, was haben wir so weit: Einerseits ist also eine Firma direkt betroffen von der Extensions-Spionage und wehrt sich dagegen mit einer Kampagne. Einschließlich eines Antrags auf eine einstweilige Verfügung, den Teamfluence am 22. Januar 2026 beim Landgericht München I eingereicht hat. Am 11. März wurde dieser abgelehnt, aber Teamfluence hat Berufung bei der nächsthöheren Instanz eingelegt. Und – in den USA eine Sammelklage beim US District Court for the Northern District of California eingereicht.

Und andererseits steht dagegen das massenhafte Ausspionieren von mehr als einer Milliarde Menschen. Das Business-Kontakt-Portal LinkedIn hat rund 1,2 Milliarden Nutzer*innen. Es werden also von mehr als einem Achtel der Weltbevölkerung nicht-anonymisierte Daten erhoben und analysiert. Und im nächsten Schritt nicht nur von LinkedIn und seiner Mutterfirma Microsoft ausgewertet, sondern auch an Dritte weitergegeben. Zum Beispiel an die US-israelische Sicherheitsfirma Human Security und Google.

Halt, stopp – an dieser Stelle ein kleiner Einwand: LinkedIn untersucht in dieser Operation nur den Chrome-Browser und alle Forks und Weiterentwicklungen von dessen Basis Chromium. Aber jetzt gleich noch ein Einwand: Das »nur« im Satz vorher kann eigentlich weg. Denn einerseits ist Chrome mit großem Abstand der Marktführer unter den Internet-Browsern, und zweitens basieren zum Beispiel auch Edge, Opera, Vivaldi und sogar der besonders auf Sicherheit bedachte Browser Brave auf Chromium – und sind damit auch eine offene Tür für Microsofts Spionage.

Am Rande: Wer Microsofts Betriebssystem Windows benutzt und das dazugehörige Office-Paket, wird auch jenseits des Internet-Browser von LinkedIn beobachtet. Das lässt sich allerdings (zumindest teilweise) abschalten; hier beispielhaft ein Screenshot aus den Einstellungen von Outlook in der »Microsoft-365«-Business-Variante.

Was tun?

Naja, für LinkedIn-Besuche einen Nicht-Chromium-Browser benutzen. Firefox zum Beispiel, oder einen von dessen Derivaten. Da gibt’s so einige; die COMPUTER BILD hat im vergangenen November eine Liste zusammengestellt.

Und eins noch: Die Datenerhebung seitens LinkedIn passiert über ein JavaScript-Codeschnipsel. Aber anders als in vielen anderen Fällen hilft hier der Rat, JavaScript auszuschalten (zum Beispiel mit dem Browser-Add-on NoScript), nicht weiter, denn ohne JavaScript funktioniert die LinkedIn-Website gleich mal gar nicht. Der Tipp ist aber trotzdem für viele andere Websites brauchbar, denn so groß der Umfang in diesem speziellen Fall auch sein mag – so gut wie alle großen, kommerziellen Websites sammeln Daten, und überwiegend geschieht das mittels JavaScript. (Wir hatten zum Beispiel am 13. März darüber berichtet.)

Make Routers Great Again
Ein Bann, der nichts kann

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Zum MAGA-Kult der gegenwärtigen US-Regierung gehört auch der Versuch, nationale Unternehmen zu fördern, indem ausländischen Anbietern das Leben schwer gemacht wird. Mit Zöllen, inhaltlich-politischen Restriktionen oder schlicht Verboten. Wie solche Verbote allerdings in Zeiten umfassender Globalisierung durchgesetzt werden sollen, ist fraglich – was der aktuelle Fall von »unamerikanischen Routern« zeigt.

Die Federal Communications Commission (FCC) veröffentlichte am 23. März  eine Aktualisierung ihrer »Covered List«, a list of equipment and services that pose an unacceptable risk to national security or safety (also etwa eine Liste von Geräten und Services, die ein nicht akzeptables Risiko für die nationale Sicherheit darstellen). Neu aufgenommen wurden Foreign-Made Consumer Routers, also Internet-Router, die nicht in den USA hergestellt wurden. Mit sofortiger Wirkung sollen keine neuen Router mehr für den Endverbraucher-Markt zugelassen werden, die nicht vollständig aus US-Produktion stammen.

Wait a minute – vollständig? Wie soll das denn gehen?

Eine Ankündigung, die massive Auswirkungen auf den Markt mit WLAN-Geräten und anderer Netzwerk-Hardware haben könnte, bei der aber auch niemand weiß, wie sie realistisch umsetzbar sein soll, schrieb der österreichische Standard denn auch einen Tag nach der Ankündigung. Am selben Tag stieß auch heise ins gleiche Horn und schrieb: Ab sofort lassen die USA nur noch im Inland hergestellte Router für Verbraucher zu. Solche Modelle gibt es aber nicht.

So ein Router enthält nämlich eine ganze Reihe verschiedener Bauteile. Und viele von ihnen stammen von Zulieferern, die über den gesamten Globus verstreut sein können – oft aber in Asien beheimatet sind. Das Luxemburger Unternehmen Gcore listet auf einer Erklärseite zum Beispiel folgende Bestandteile auf: CPU, Read-only Memory (ROM), Random-Access Memory (RAM), Flash-Speicher und Ports, also Kabel- und Steckverbindungen.

Und woher die einzelnen Komponenten – also eben zum Beispiel CPU, ROM, RAM und Flash – stammen, wird oftmals nicht allzu transparent gemacht; Christian Kahle schrieb für WinFuture im Februar über eine Klage gegen den Netzwerkausrüster TP-Link, der seine Geräte mit dem Hinweis »Made in Vietnam« angeblich irreführend kennzeichnet, denn: In Vietnam findet im Wesentlichen nur die Endmontage statt, während die meisten Bauteile aus China stammen.

Und das ist natürlich nicht nur bei dem chinesischen Unternehmen TP-Link der Fall.

Der US-Konzern Cisco, der zu den großen Anbietern bei Routern und Switches gehört, nennt in seiner Lieferketten-Dokumentation  beispielsweise Malaysia, Singapur, Taiwan, Vietnam und China als Zulieferer.

Und was ist mit anderen großen US-Herstellern, zum Beispiel Intel?

Schon im September 2022 schrieb Timo Daum im heise-Magazin Telepolis: Heute verfügen nur TSMC in Taiwan, Intel in den Vereinigten Staaten und Samsung in Südkorea über das Knowhow für die Produktion der fortschrittlichsten Chips. Heißt also: Hochleistungschips produziert das Unternehmen selbst. Richtig?

Naja. Die Firma erklärt auf ihrer Website, sie produziere außerhalb der USA in Irland und Israel, und ja – je eine Testeinrichtung und eine Montageentwicklungsstätte stehen in den USA, aber die restlichen Montage- und Teststandorte befinden sich außerhalb der Vereinigten Staaten, nämlich in China, Costa Rica, Malaysia und Vietnam.

Broadcom Inc., ein anderer US-Chipgigant, produziert zwar einige seiner Halbleiter in den USA, lässt aber einen Großteil seiner Produkte von der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) fertigen; erst vor gut einer Woche beklagte das Unternehmen Engpässe seitens des taiwanesischen Zulieferers (wegen, surprise surprise, der rasant steigenden Nachfrage nach »KI«-Chips).

Und das sind nur die Hersteller der Speicherkomponenten. Die eigentlichen Router-Hersteller kaufen für ihre Geräte laut dem oben verlinkten Standard-Artikel typischerweise viele Komponenten aus anderen Ländern ein, und zwar allen voran in China produzierte Chips. Und auch in dem Punkt stimmt heise zu: Wir haben noch keine Routermodelle für Verbraucher gefunden, die in Stückzahlen komplett in den USA hergestellt werden.

Und schließlich ist da noch die Software. Wer sich ein bisschen mit Internet-Technologie auskennt, weiß, dass zahlreiche Programme aus dem Open-Source-Bereich eingesetzt werden. Nicht nur in Servern und großen Netzwerk-Knoten, sondern auch in den Geräten für den Hausgebrauch. Die Open-Source-Programmierer sind aber in den seltensten Fällen (wenn überhaupt jemals) alle in einem Land beheimatet. Das wiederum heißt, dass ein Router, selbst wenn er ausschließlich mit US-Hardware bestückt wäre, immer noch durch »unamerikanische« Software zum Laufen gebracht wird.

Fazit: Wenn Trump und die FCC sich tatsächlich durchsetzen wollten, würde das für die US-amerikanischen Routerproduzenten gigantische Umstellungen bedeuten und sie eher schwächen als stärken.

Ach, und was das »Argument« angeht, das als Grund für den (zukünftigen; schon im Handel oder im Einsatz befindliche Geräte sind ausgenommen) Bann ausländischer Router genannt wird: Im Ausland hergestellte Router waren unmittelbar an den Cyberangriffen Volt, Flax und Salt Typhoon beteiligt, die auf kritische amerikanische Infrastrukturen in den Bereichen Kommunikation, Energie, Verkehr und Wasserversorgung abzielten, zitiert der oben verlinkte Standard-Artikel die FCC. Aber unklar bleibt, wieso in den USA hergestellte Geräte per se sicherer sein sollten. Immerhin ist es oft nicht eine gezielte Unterwanderung sondern die schleißige Wartung der Software oder fundamentale Probleme, die von Hackern für ihrer Angriffe verwendet werden. So war es etwa auch bei den von der FCC erwähnten Attacken gegen die US-Infrastruktur.

Ab und zu die Firmware updaten ist halt auch eine ganz gute Idee.

Uiuiui, EUDI!

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Wer will, kann diese News als dritten Teil einer Trilogie zum Thema »Digital vs. Human« lesen. Es geht nämlich noch ein weiteres Mal darum, wie Digitalisierung potenziell die Selbstbestimmung, Privatsphäre und, ja, sogar die Freiheit einschränkt. Also, nichts gegen Digitalisierung – aber.

Am 13. März schrieben wir hier darüber, wie pro angesteuerter Website hunderte von Firmen weltweit Einblick in sehr persönliche und meist auch persönlich zuordbare Daten erhalten, die sie dann nutzen, um individuelle Nutzerprofile zu erstellen und für gezielte Werbung (»Targeted Advertising«) einzusetzen. Diese Profile können aber auch ohne weiteres für sinistre Zwecke benutzt werden, zum Beispiel (politische) Manipulation, Kontrolle und Diskriminierung. Der Philosoph, Mathematiker und Programmierer Rainer Mühlhoff (rainermuehlhoff.de) hat dazu schon auf dem 37. CCC-Kongress (37C3) vor fast drei Jahren einen absolut empfehlenswerten Vortrag gehalten.

Di*er gläserne Bürger*in ist also weitgehend längst Wirklichkeit.

Eine Woche später ging es hier dann um das atemberaubende Tempo der digitalen Entwicklungen und die Langsamkeit der politischen Regulierungsbestrebungen. Vor allem im Breich der »KI« ein Problem, aber auch bei den (a-)Sozialen Medien (aktuell ist allerdings Meta in New Mexico zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar verurteilt worden, weil es Teenager nicht genügend schützt, wie Bloomberg gestern berichtete, immerhin).

Und heute wollen wir die geplante EUDI-Wallet genauer unter die Lupe nehmen. Denn damit soll ein Mechanismus ins Internet eingebettet werden, der auf EU-Ebene die technische Möglichkeit bieten soll, eine Klarnamenpflicht durchzusetzen. Und das, obwohl § 19 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes eindeutig fordert: Anbieter von digitalen Diensten (…) müssen Nutzung und Bezahlung anonym oder unter Pseudonym ermöglichen.

Andererseits sind wir uns natürlich wohl alle einig, dass Social Media für Minderjährige und ihre psychologische und soziale Entwicklung mindestens bedenklich sind. Und auch der Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder ist natürlich ein absolut essenzielles Vorhaben. Denn das sind immer wieder zwei der Hauptargumente für eine Klarnamenpflicht im Netz.

Aber, wie wir schon vor knapp zwei Wochen Sascha Lobo zitiert haben: Die Klarnamenpflicht ist gefährlich, weil Anonymität und Pseudonymität im Netz in erster Linie Schutzinstrumente sind. Insbesondere ohnehin angreifbare und marginalisierte Menschengruppen würden gefährdet. Und die österreichische Digitalrechte-NGO Epicenter.works schrieb Anfang Februar: Social-Media-Verbot droht zur Klarnamenpflicht zu werden, denn, logisch: Wenn man auf technischer Ebene herausfinden will, ob jemand noch minderjährig ist, muss man natürlich das Alter – und damit die Identität – von allen überprüfen. Also alle anlasslos überwachen, wie schon lange auch die Kritik gegen den Digital-Dauerbrenner Vorratsdatenspeicherung lautet.

Ein anderes Argument pro Klarnamenpflicht lautet, dass damit Hassrede und Feindseligkeit im Netz eingedämmt werden könnten. Dazu schrieb der Bayerische Rundfunk vor gut einem Monat: Studien aus der Schweiz und Südkorea legen nahe: Die Pflicht zum eigenen Namen schmälert nicht die Aggressivität. Und der Saarländische Rundfunk zitierte vor einem Monat Ina Goedert, die Leiterin der Initiative Courage im Netz – Gemeinsam gegen Hass und Hetze, die eigentlich Befürworterin der Klarnamenpflicht ist – und trotzdem befürchtet, dass gezielte Verfolgung leichter würde. Gerade totalitäre Regierungen könnten eine Klarnamenpflicht missbrauchen, um ihre politischen Gegner ausfindig zu machen und auszuschalten.

Wer jetzt sagt: Aber wir haben hier doch keine totalitäre Regierung, verkennt erstens, dass die EU aus mehr als nur Frankreich und Deutschland besteht; dass Ungarn sich über die Klarnamen homosexueller User freuen würde, dürfte feststehen. Und zweitens: Selbst wer nichts zu verbergen hat, möchte vielleicht die eigenen Nutzungsdaten, Chats und Social-Media-Posts, verbunden mit Namen, Anschrift und Geburtsdatum, nicht unbedingt der AfD anvertrauen. Siehe oben, Sascha Lobos angreifbare und marginalisierte Menschengruppen sind ein dehnbarer Begriff, je nach politischer Stimmungslage.

Und schließlich zitierte Netzpolitik.org in einem Artikel vom 29. Dezember 2025 die Sicherheitsforscherin Bianca Kastl: Die Genese der deutschen staatlichen EUDI-Wallet befindet sich auf einem ähnlich unguten Weg wie die ePA. Denn, so heißt es in dem Artikel, bei der elektronischen Patientenakte wie auch bei der EUDI-Wallet ginge es um ein komplexes Ökosystem, bei dem ein Scheitern weitreichende Folgen hat. Dennoch seien die Sicherheitsvorgaben unklar, außerdem gebe es keine Transparenz bei der Planung und der Kommunikation. Darüber hinaus gehe die Bundesregierung bei der Wallet erneut Kompromisse zulasten der Sicherheit, des Datenschutzes und damit der Nutzer:innen ein.

Eines der Hauptprobleme ist die Entscheidung gegen sichere Kanäle zugunsten von signierten Daten. Bei ersteren wird die Echtheit der übermittelten Personenidentifizierungsdaten durch eine sichere und vertrauenswürdige Übermittlung gewährleistet, bei letzteren werden die übermittelten Daten etwa mit einem Sicherheitsschlüssel versehen, und das BSI habe schon 2022 gewarnt, dass jede Person, die in den Besitz der Identitätsdaten mit Signatur gelangt, über nachweislich authentische Daten verfügt und dies auch beliebig an Dritte weitergeben kann, ohne dass der Inhaber der Identitätsdaten dies kontrollieren kann.

Datenklau leicht gemacht.

Stellen Sie, liebe*r Leser*in, einfach vor, dass jemand mit Ihrer – vermeintlich authentischen – Identität im Netz zu strafbaren Handlungen aufruft. Oder Darstellungen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder postet. Oder, oder, oder.

Anders als die ePA wird man aber die EUDI-Wallet nicht ablehnen können.

»Shoot first, ask later«

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Digitale Unternehmen haben sich schon lange eine Abwandlung dieser Redewendung auf die Fahnen geschrieben: »Move fast and break things«, also »beweg’ dich schnell und mach’ Sachen kaputt« war das von Mark Zuckerberg, Metas Dark Overlord, in den frühen Facebook-Tagen geprägte Motto, das zwar 2014 leicht abgewandelt wurde; trotzdem handeln sein Konzern und auch alle anderen im digitalen Bereich immer noch rasend schnell – und schaffen so Fakten. Ganz aktuell wieder zu beobachten im Bereich »KI«.

Eins vorweg: Dass die EU, ihre Mitgliedstaaten und auch die Demokratie im allgemeinen langsam sind, ist eine gute Sache. Es zeugt von Gründlichkeit und der demokratischen Abwägung unterschiedlicher Positionen. So soll es hier auch nicht darum gehen, der Politik einen »Freifahrtsschein« für aus der Hüfte geschossene, unausgereifte Gesetze auszustellen. Nur macht ihre Langsamkeit die Demokratie zugleich auch anfällig dafür, von rechts überholt zu werden. (Ja, das ist mehrdeutig gemeint.)

Vor einer Woche haben wir uns hier mit »gläsernen Bürger*innen« beschäftigt, dabei auch das mangelnde Tempo von Europäischer Union, Bundesregierung und Rechtssystem beklagt und geschrieben: So lange die EU und die Regierungen der EU-Staaten der digitalen Entwicklung weiterhin meilenweit hinterherhinken und die US-Datensauger weiterhin für die meisten Menschen die einzige Option bleiben, wird sich an diesem Überwachungsszenario nichts ändern.

Jetzt gibt es beunruhigende News aus der EU. Am 10. März schrieb der Verein Digitalcourage in seinem Newsletter, dass im sogenannten »Trilog« zwischen dem Europäischen Rat, der EU-Kommission und dem EU-Parlament damit begonnen werden soll, den finalen Gesetzestext zum sogenannten »AI Omnibus« zu beraten. Dieser könnte »Teile der europäischen KI-Regulierung abschwächen«, fürchtet Digitalcourage. Unter anderem aus diesen Grund: Parlament und Rat wollen der Kommission erlauben, neue Regeln für sogenannte Hoch­risiko-KI später in Kraft treten zu lassen. Dazu gehören Systeme für biometrische Echtzeitüberwachung, Kreditentscheidungen oder Bewerbungsverfahren. Es könnte also sein, dass es ausgerechnet für die gefährlichsten KI-Anwen­dungen keine klare Regelung vor Ende 2027 gibt.

Diese Information deckt sich mit denen aus einem SPIEGEL-Artikel vom 13. März: So sollen Regeln für besonders risikoreiche KI-Systeme erst im Dezember 2027 gelten, also etwa 16 Monate später als zunächst geplant. Und zwar mit dem vorgeschobenen Argument, die Unternehmen sollten mehr Zeit erhalten, um die neuen Vorgaben umzusetzen.

Hm. Mal kurz überlegen … In Kraft getreten ist der AI Act – also das ursprüngliche Verordnungspaket, um das es hier geht – am 1. August 2024, also vor über anderhalb Jahren. Seit 2021 war daran gearbeitet und formuliert worden; Entwicklungen wie der rasante Siegeszug der Halluzinations-Software ChatGPT hatten immer wieder für Verzögerungen gesorgt. Schlimm genug – aber trotzdem bedeutet das im Klartext, dass die Tech-Giganten insgesamt zwei Jahre, von August ’24 bis August ’26, Zeit gehabt hätten, sich auf die Umstellung vorzubereiten. Die sie nur offensichtlich (mutwillig?) nicht genutzt haben.

Immerhin sind seit Februar 2025 einige »KI«-Systeme gänzlich verboten, darunter – wie der IT-, Internet- und Medienanwalt Prof. Christian Solmecke im Dezember 2024 auf seiner Website zusammenfasste – solche, die menschliches Verhalten manipulieren, soziale Schwachstellen ausnutzen oder Gesichtserkennungsdatenbanken anlegen. Auch Systeme, die Menschen anhand bestimmter Merkmale klassifizieren (Social-Scoring) oder auf ein gewisses Risiko untersuchen, sind verboten. Ebenso wie Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen und die Analyse von Eigenschaften wie Ethnie, politische Meinung, Gewerkschaftszugehörigkeit oder Sexualleben.

Umstritten, aber nur »halb verboten«, ist laut Solmecke die biometrische Fernidentifizierung mit Gesichtserkennung in öffentlichen Räumen. In bestimmten Fällen darf sie weiter stattfinden.

Alles in allem kann man vielleicht kurz und knapp auf Englisch zusammenfassen: Too little, too late.

Und das seit vielen Jahren. Andreas Proschofsky befasste sich im September 2024 im österreichischen Standard mit den Schwierigkeiten, denen sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten angesichts der Marktmacht von Alphabet (Google, YouTube, GMail, Chrome-Browser, Handy-Betriebssystem Android …) gegenübersehen. Denn schon seitdem die Suchmaschine Google begonnen hat, sich über Werbeeinnahmen zu finanzieren, schafft es der Konzern immer wieder trickreich, sich zu vergrößern, Mitbewerber aufzukaufen und Regulierungsbemühungen auszuweichen.

Ähnlich sieht es bei Microsoft aus; wer ein aktuelles Windows benutzt, weiß, wie der Konzern seine eigene Technologie immer wieder tief ins Betriebssystem einbaut. Windows 11 ist ohne das ständig Daten in die Cloud sendende 365 und das Sicherheits-Desaster Copilot kaum vorstellbar, und sämtliche deutschen und EU-Behörden wissen zwar um das Problem, schaffen es aber offenbar trotzdem nicht, sich aus der Umklammerung des Tech-Riesen aus Redmond zu befreien und der rasend schnellen Entwicklung wirksame Regulierungsmaßnahmen entgegenzusetzen.

Das liegt nicht zuletzt an der schieren Größe der Unternehmen, die oft genug schlicht mit Geld um sich werfen, um ihre Position zu sichern. Als die Stadt München 2009 ihre Behörden-Infrastruktur auf das freie und offene Betriebssystem Linux und damit verbundene FOSS- bzw. FLOSS-Anwendungen umzustellen begann (das sogenannte LiMux-Projekt), gab es massiven Druck seitens Microsoft, wie sich der damalige Bürgermeister und Antreiber des LiMux-Projekts Christian Ude in einem Interview mit dem Magazin Golem im November 2019 erinnerte: Microsoft-Vize Steve Ballmer besuchte ihn in seinem Büro und pries erst einmal die Schönheit Münchens. Aber dann sagte er, ich stünde vor einer katastrophalen Fehlentscheidung, die ich niemals vor irgendwem verantworten könne, vor allem vor keinem Steuerzahler. […] Er machte witzigerweise während des Gesprächs ständig neue finanzielle Angebote […] um eine Million und noch eine Million und noch eine Million und später ein Dutzend Millionen günstiger als zuvor.

Und er sagte in dem Interview auch, es gab bei LiMux keine unlösbaren Probleme.

Kaum war Udes Nachfolger Dieter Reiter im Amt, wurde LiMux rückgebaut und die Microsoft-Abhängigkeit re-installiert.

Dass es auch anders geht, beweist momentan das Land Schleswig Holstein. Dort kommt die Umstellung auf LibreOffice, Nextcloud, Thunderbird und Co. – und letztlich auf Linux – unter Digitalminister Dirk Schrödter gut voran, wie heise im vergangenen September berichtete.

Es geht also. Man muss nur wollen.

Denn dass die Konzerne sich eines Tages doch noch Regulierungsbestrebungen beugen und ihr Motto in »move slow and don’t break things« umwandeln, ist nach all den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte äußerst unwahrscheinlich. Daher ist ein großflächiger Umstieg auf freie, quelloffene Software momentan der einzige Ausweg aus dem Dilemma. Nicht nur für Betriebssysteme, Office- und zahllose andere Anwendungen gibt es längst hervorragende FLOSS-Alternativen (hier zum Beispiel eine Liste der Computer Bild); auch im Bereich »KI« geht die Entwicklung zügig voran. Die Website des data:unplugged-Festivals (das am kommenden Wochenende stattfindet) hat Anfang März einen Überblick veröffentlicht.

Vorsicht Glas, oder: Wer sind die alle?
(Und warum wissen sie ganz genau, wer ich bin?)

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Momentan läuft die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Minderjährige nach australischem Vorbild heiß. Viele Befürworter*innen vergessen dabei zweierlei: Erstens sind Kinder und Jugendliche die falschen Adressat*innen – vielmehr müssten die Tech-Giganten per Gesetz zu Regulierungen gezwungen werden. Und zweitens bedeutet eine Alterskontrolle letztlich eine Klarnamen-Pflicht im Internet für alle durch die Hintertür. Das würde die endgültige Abschaffung jeglicher Privatsphäre bedeuten. Werden wir dann alle endgültig zu gläsernen Bürger*innen? Oder – sind wir das womöglich sogar längst?

Hallo, Frau Müller-Lüdenscheid! Haben Sie Ihrem Mann inzwischen Ihre Affäre gestanden? Was macht das Ziepen in der Brust? Kifft Ihr Sohn Jonas immer noch so viel? Und wollen Sie nicht mal versuchen, von Ihren Schulden runterzukommen? Es gibt da ein brandneues Online-Casino mit hohen Gewinnchancen!

Hand aufs Herz: So wollen Sie nicht begrüßt werden, wenn Sie morgens eine News-Site Ihres Vertrauens öffnen, oder? Ganz grundsätzlich gesprochen, werden Sie aber längst so begrüßt. Die News-Site Ihres Vertrauens hat nämlich dutzende, wenn nicht hunderte »Partner«-Sites. Und all denen haben Sie mit einem Klick auf »Ich akzeptiere die Cookies« erlaubt, Sie auszuspionieren. Und selbst, wenn Sie »Alle ablehnen« oder »Nur notwendige akzeptieren« geklickt haben, heißt das noch lange nicht, dass sich die Anbieter daran halten. Denn da ist ja noch der Kleingedruckte, in diesem Fall: legitimate interest.

Hinter diesem angeblich legitimen Interesse verbirgt sich ein vorgeschobenes Argument, mit dem sich Anbieter trotz abgewählter Cookies die Freiheit herausnehmen, to justify tracking many data categories, such as IP addresses, device characteristics, device identifiers, browsing and interaction data, location data, users’ profiles, and others, also das Tracking zahlreicher Datenkategorien zu rechtfertigen, wie zum Beispiel IP-Adressen, Geräte-Eigenschaften und -IDs [wie IMEI oder MAC, Red.], Browserverläufe und Interaktionen, Ortsangaben, Nutzerprofile und andere, wie die Website Cybernews im Mai 2024 schrieb. Kurz: Sie persönlich zu identifizieren, denn all diese Daten zusammengenommen sind schon absolut individuell und einzigartig.

Haben Sie schon mal auf die Einstellungen der allgegenwärtigen Cookie-Banner geklickt? Und dann weiter auf die Details? Dann haben Sie vielleicht auch schon mal die Liste all der Anbieter gesehen, die sich auf den allermeisten kommerziellen Websites tummeln (und sich oft auf dieses legitimate interest berufen). Hier ein Screenshot aller Daten-Tracker am Beispiel der Website des SPIEGEL.

Alle diese Unternehmen erfassen sämtliche verfügbaren Daten über Sie, Ihr Surf-Verhalten und ihre Browser- und Systemeinstellungen in den paar Millisekunden, die es braucht, die SPIEGEL-Website zu öffnen. (Das gleiche gilt analog für alle anderen großen Websites.)

183 sind es im Beispiel von spiegel.de insgesamt, darunter alle »üblichen Verdächtigen« von Google/YouTube über Meta (Facebook/Instagram/WhatsApp), LinkedIn, X (Twitter) und TikTok bis zur Supermarktkette REWE und Adobe (Hersteller von Photoshop, aber auch dem PDF-Reader Acrobat). Und etliche »Exoten« wie zum Beispiel die Jodel Venture GmbH, Flashtalking oder Sub(x).

Letztere wurden im Sommer ’24 von Zuora (a leading monetization suite for modern business) gekauft, wie die Firma seinerzeit stolz berichtete. Und zwar, um ihre bestehende Paywall-Lösung umzuwandeln into an AI-powered paywall solution to gain deeper insights into subscriber behavior. Wenn eine gewinnorientierte US-Firma aus Kalifornien (noch) tiefere Einblicke in Kundenverhalten gewinnen möchte, dann sollten alle Alarmglocken laut klingeln, erst recht, wenn sie das mithilfe von »KI« tut. Das Geschäftsmodell der Mit-Tracker von Jodel aus Berlin ist laut Selbstdarstellung, Marken- und HR-Anzeigen für Gen Z & Millennials zu liefern. Die Firma verspricht bessere Ergebnisse durch smarte Datennutzung – Werber-Sprech für Big-Data-Analyse. Und Flashtalking unleashes the power of creative in advertising with AI, also vielleicht entfesselt die kreative Power von Werbung mittels KI. »KI«, wir erinnern uns, sammelt Daten. Alle Daten, die sie kriegen kann.

Wenn dann all diese Informationen, die über Ihr Verhalten für immer und alle Ewigkeit auf hunderten von Servern überall in der Welt gespeichert sind, auch noch mit Ihrem Klarnamen verbunden sind, dann spätestens ist eine Begrüßung wie weiter oben ohne weiteres möglich. Und das kann schon bald Wirklichkeit werden. Denn:

Laut einer aktuellen ZDF-Umfrage sind offenbar gut 80 Prozent der Befragten für ein Verbot von Social Media für Kinder unter 14 Jahren, schrieb DER SPIEGEL vor zwei Wochen. Dabei warnte die österreichische Digitalrechte-NGO Epicenter.works Anfang Februar: Social-Media-Verbot droht zur Klarnamenpflicht zu werden. Und auch wenn selbst das für viele Menschen eine irgendwie gute Idee sein mag – Sascha Lobo schrieb schon vor sechs Jahren im SPIEGEL: Ein Klarnamennetz wäre ein Paradies für Stalker, Mobber und Todeslistenfans.

Denn, so führte er damals aus, Klarnamenpflicht-Anhänger sind die Impfgegner des Internets, das soll keine Herabwürdigung sein, sondern die Feststellung einer Parallele. Beide meinen es eigentlich nur gut, folgen aber gefährlichen Fehlüberzeugungen. (…) Die Klarnamenpflicht ist gefährlich, weil Anonymität und Pseudonymität im Netz in erster Linie Schutzinstrumente sind. Insbesondere ohnehin angreifbare und marginalisierte Menschengruppen würden gefährdet.

Und selbst wenn Sie sich nicht zu einer angreifbaren Menschengruppe zählen (was im Falle einer längst nicht mehr undenkbaren Landes- oder sogar Bundesregierung unter Beteiligung oder sogar Führung der AfD ein sehr dehnbarer Begriff zu werden droht), selbst dann kann es Ihnen eigentlich nicht recht sein, wenn die Analyse Ihres Surf-Verhaltens sie derart gläsern macht, dass weltweit verstreute Server millimetergenaue Profile mit Ihren sämtlichen sexuellen, religiösen, politischen, moralischen, gesundheitlichen, wirtschaftlichen Besonderheiten, Ihren Beziehungen, Ihrer Familie, Ihren Kaufgewohnheiten, Ihrem Schreibstil und Ihrem Rechner- und Phone-Setup zusammen mit Ihrem Namen, Ihrem Geburtsdatum, Ihrer Adresse und Telefonnummer dauerhaft hinterlegt haben.

Es gibt eine schlechte und eine etwas weniger schlechte Nachricht. Die schlechte: So lange die EU und die Regierungen der EU-Staaten der digitalen Entwicklung weiterhin meilenweit hinterherhinken und die US-Datensauger weiterhin für die meisten Menschen die einzige Option bleiben, wird sich an diesem Überwachungsszenario nichts ändern. Die etwas weniger schlechte Nachricht: Es gibt Organisationen und Websites, die weiterhin achtsam sind, aufklären und – auch juristisch – gegen den Datenhunger anzukämpfen versuchen; lesen Sie netzpolitik.org, folgen Sie den Vereinen Digitalcourage, Chaos Computer Club und noyb (none of your business), der Electronic Frontier Foundation (EFF), und lassen Sie sich vom Digital Independence Day inspirieren, jeden Sonntag einen der US-amerikanischen Anbieter zu verlassen.

Helfen kann auch, zumindest teilweise, JavaScript zu deaktivieren, denn problematic uses of cookies are usually triggered by JavaScript code on the page. When JavaScript is disabled, it can’t set cookies, schrieb Stackexchange-User amon vor fünfeinhalb Jahren, also kurz: kein JavaScript, keine problematischen (Tracking-)Cookies.

Dafür eignet sich besonders das Addon NoScript, das sowohl für Firefox und andere Mozilla-basierte Browser, als auch für Chrome und andere Chromium-basierte Browser wie z. B. Edge, Brave und Vivaldi kostenlos erhältlich ist. Downloads gibt’s auf der Website noscript.net.

Und à propos Klarnamenpflicht – dann ist da noch … die EUDI-Wallet. Aber, um Michael Endes Momo zu zitieren, das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll. In den nächsten Tagen, um genau zu sein. Bis dahin: Bleiben Sie sicher.

Einbruchswerkzeug QR-Code

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Es scheint mal wieder an der Zeit für ein PSA (Public Service Announcement): Bitte scannen Sie nicht einfach jeden dahergelaufenen QR-Code mit Ihrem Smartphone ab. Das kann übel enden.

Germany’s Federal Office for the Protection of the Constitution (aka Bundesamt für Verfassungsschutz or BfV) and Federal Office for Information Security (BSI) have issued a joint advisory warning of a malicious cyber campaign undertaken by a likely state-sponsored threat actor that involves carrying out phishing attacks over the Signal messaging app, schrieb die Website The Hacker News am vergangenen Samstag. Das BfV und das BSI warnten also gemeinsam vor Phishing-Angriffen auf dem Signal-Messenger, von denen vor allem Politiker*innen, Militärs und Journalist*innen betroffen seien.

Wenn eine BSI-Meldung von The Hacker News aufgegriffen wird, dann muss schon etwas Ernsteres passiert sein: Vorausgegangen war die deutschsprachige Veröffentlichung von BfV und BSI am Freitag davor , in der es heißt, den Behörden lägen aktuelle Erkenntnisse vor, denen zufolge ein wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur Phishing-Angriffe über Messengerdienste wie Signal durchführt. Im Fokus stehen hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland und Europa. Das ist umso beunruhigender, als Signal eigentlich als besonders sicher gilt und deswegen gerade in solchen datensensiblen Bereichen bevorzugt wird.

Am selben Tag berichtete auch DER SPIEGEL und zitierte den irischen IT-Sicherheitsexperten Donncha Ó Cearbhaill, der das Security Lab von Amnesty International leitet: Erste Hinweise deuten auf einen russischsprachigen Angreifer hin, sagt er und rät, gefährdete Nutzer sollten in den Einstellungen der App die sogenannte Registrierungssperre aktivieren.

Sowohl Cearbhaill als auch BfV/BSI stimmen darin überein, dass die Angriffswelle nichts mit irgendwelchen Schwachstellen in Signal und anderen Messengern zu tun hat und auch keine Malware eingesetzt wird. Stattdessen bedienen sich die Angreifer legitimer Sicherheitsfunktionen der Anwendungen und kombinieren diese mit Social Engineering. Ziel ist es, unbemerkt Zugriff auf Einzel- und Gruppenchats sowie auf Kontaktlisten der betroffenen Personen zu erlangen. Der aktuelle Schwerpunkt der Angriffe liegt auf dem Messengerdienst Signal, wobei vergleichbare Vorgehensweisen aufgrund ähnlicher Funktionsprinzipien auch bei WhatsApp denkbar sind.

Als »Social Engineering« werden Methoden bezeichnet, bei denen Menschen mit im weitesten Sinne psychologischen Methoden dazu gebracht werden, Dritten Zugriff auf ihre Geräte zu gewähren – oder, wie es die Wikipedia beschreibt, zwischenmenschliche Beeinflussungen mit dem Ziel, bei Personen bestimmte Verhaltensweisen hervorzurufen, sie zum Beispiel zur Preisgabe von vertraulichen Informationen, zum Kauf eines Produktes oder zur Freigabe von Finanzmitteln zu bewegen. Im aktuellen Fall wenden die Kriminellen zwei verschiedene Methoden an:

  1. Sie geben sich als offizielles Support-Team oder als Support-Chatbot aus und nehmen direkt über eine Chatnachricht mit ihrer Zielperson Kontakt auf. Ziel ist dabei, dass die Zielperson ihre private PIN herausgibt, mit der die Angreifer das Smartphone übernehmen. Sie haben dann das Konto vollständig unter Kontrolle, einschließlich der Kontakte und neuen Chatnachrichten. Alte Chats können sie nicht aufrufen, aber im Namen der Zielperson Nachrichten verschicken. Diese verliert den Zugriff auf das Konto.
  2. Sie machen sich, wie das BSI schreibt, die legitime Funktion zur Kopplung eines zusätzlichen Endgerätes zunutze. Messengerdienste wie Signal oder WhatsApp ermöglichen es ihren Nutzern, ein bestehendes Konto mit weiteren Geräten wie zum Beispiel einem Tablet zu verknüpfen. Und da kommt der QR-Code ins Spiel: Das zusätzliche Gerät wird nämlich durch Scannen und Bestätigen so eines Codes freigeschaltet. Ein besonders hinterhältiger Aspekt ist dabei, dass die Zielperson gar nicht bemerkt, dass ihr Phone überwacht wird.

Das BSI rät zu mehreren Maßnahmen und betont dabei auch etwas ganz Essenzielles: Der Signal-Kundendienst nimmt nie Kontakt per Signal-Message auf. Genauso wenig wie Bank-Mitarbeitende Sie in einer E-Mail auffordern werden, Ihre PIN herauszugeben. In Signal lässt sich außerdem die Funktion, neue Geräte zu registieren, in den Einstellungen sperren. Weitere Tips finden Sie in dem oben verlinkten BSI-PDF.

Bei aller Aktualität dieser Meldung: Das Phänomen ist überhaupt nicht neu. Manipulierte QR-Codes werden zu Betrugszwecken verwendet, seit es die Scan-Funktion im Smartphone gibt. Längst hat das Phänomen einen Namen: Quishing, ein Kofferwort aus »QR« und »Phishing«. DER SPIEGEL schrieb schon vor über 13 Jahren über die möglichen Gefahren von QR-Codes: Gauner […] bekleben seriöse Plakate mit unseriösen Codes. Wer die scannt, kann sich Schadsoftware einfangen. Und im vergangenen Mai schrieb die Website Cyber Security News: A disturbing new trend in cybercrime emerged this week as security professionals discovered QR codes taped to lampposts in what appears to be a sophisticated psychological manipulation campaign. An Straßenlaternen finden sich also inzwischen ebenfalls betrügerische Codes – in diesem Fall wird an die Neugier der Menschen und ihre Lust am Drama appelliert: John, I know you are cheating on me, steht auf den Aufklebern, gefolgt von dem QR-Code und dem Hinweis here’s the proof it would be worthwhile for everyone to see. Laut der Site hat sich die Zahl von QR-Code-Scams in fünf Jahren vervierzehnfacht, von 100 gemeldeten Fällen 2019 gegenüber 1.386 im Jahr 2024. 22 % aller Phishing-Angriffe sind inzwischen tatsächlich Quishing-Attacken, und nur etwas mehr als ein Drittel von befragten Angestellten konnte in einer Untersuchung eine solche Attacke erfolgreich identifizieren.

Mittlerweile gibt es offenbar sogar Fälle, in denen Menschen auf der Straße versuchen, andere zum Scannen eines QR-Codes zu bewegen. Zum Beispiel geben sie sich als Musiker*innen aus, die ihrem Gegenüber angeblich den Link zu einem neuen Song übermitteln wollen.

Also einfach noch mal die PSA von ganz oben: Vorsicht mit QR-Codes! Scannen Sie nur, was Sie zuvor selbst veranlasst haben. Und – man kann es nicht oft genug wiederholen: Wer Sie nach Zugangsdaten fragt, will Ihnen nichts Gutes. Erst recht hellhörig sollten Sie werden, wenn es auch noch als dringend dargestellt wird.

Der Vollständigkeit halber sei noch eine Seite des BSI zur Smartphone- und Tablet-Absicherung verlinkt.

I, Robot, Talk to You, Robot

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CNN, BBC, Time, The New York Times, Financial Times, Ars Technica, MSN, DER SPIEGEL, Handelsblatt, Business Insider, der Bayerische Rundfunk – sie alle (und viele mehr) berichten Anfang Februar über eine Art Social Network, das auf den ersten Blick an Reddit erinnert. Aber mit einem entscheidenden Unterschied: Hier posten keine Menschen. Sondern »AI Agents«, also »KI«-Roboter. Was hat es damit auf sich?

Kurz vorweg: Was sind eigentlich »AI Agents«, oder auf Deutsch: »KI-Agenten«? Die deutschsprachige Wikipedia definiert sie als Softwareprogramme mit Eigenleben, die sich künstlich intelligent verhalten […] Bots oder Chatbots, die sich auf Resultate in Form von Text, Sprache und/oder Bilder beschränken. Daneben gibt es auch Agenten, die komplexere Aufgaben selbstständig erledigen können. Sie können dies in einem iterativen Prozess tun, so, wie Menschen auch arbeiten.

Oder, wie es Google vor zwei Monaten ausdrückte: KI-Agenten sind Softwaresysteme, die KI nutzen, um im Namen der Nutzerinnen und Nutzer Ziele zu verfolgen und Aufgaben zu erledigen. Sie zeigen Denkvermögen, Planung und Gedächtnis und haben ein gewisses Maß an Autonomie, um Entscheidungen zu treffen, zu lernen und sich anzupassen.

OK, im Namen der Nutzerinnen und Nutzer lassen sich also Reisen planen, Meetings organisieren, Projekte outlinen. Aber was, wenn die Bots eben nicht im Namen der Nutzerinnen und Nutzer agieren? Sondern sich nur mit anderen Bots austauschen? Und die Menschen dabei nur beobachtende Zaungäste sind?

Vorhang auf für Moltbook.

Benedikt Fuest fand das Reddit für Robots in einem Artikel von gestern gruselig und schrieb: Die Agenten organisieren sich spontan selbst, ganz ohne zentralen Befehl. Sie teilen neue Erkenntnisse untereinander und entwickeln eine Art Schwarmwissen, tauschten sich untereinander über Fehler in ihrem eigenen Programmiercode aus und machten Verbesserungsvorschläge. Binnen 48 Stunden fingen die KI-Agenten an, eine eigene Religion zu formen.

Hm. Andrej Karpathy, der frühere KI-Chef bei Tesla und Gründungsmitglied von OpenAI, wird in einem Fortune-Artikel von vorgestern mit den Worten zitiert, Moltbook sei the most incredible sci-fi takeoff-adjacent thing I’ve seen recently, also sinngemäß vielleicht das Unglaublichste, was ich in Richtung Science-Fiction-Raketenstart in letzter Zeit gesehen habe. Aber schon kurz darauf ruderte er zurück: So yes, it’s a dumpster fire, and I also definitely do not recommend that people run this stuff on their computers. […] It’s way too much of a Wild West. You are putting your computer and private data at a high risk. Auf Deutsch: Also, es ist ein totales Desaster, und ich empfehle definitiv nicht, dass Leute es auf ihren Computern laufen lassen. Es ist viel zu sehr wilder Westen. Sie setzen Ihre Computer und privaten Daten einem hohen Risiko aus.

Wenn »KI«-Experten von der Verwendung von »KI« abraten, dann ist das zwar manchmal eine schräge Form von PR (schaut, was für ein mächtiges Werkzeug wir entwickelt haben), aber in diesem Fall hat jemand offenbar aus guten Gründen Angst vor der Entwicklung.

Problem Nummer eins: Sicherheit. Moltbook wurde schon am vergangenen Wochenende in weniger als drei Minuten von dem Cloud-Sicherheitsunternehmen Wiz gehackt, wie dessen Leiter der Abteilung für Bedrohungsrisiken Gal Nagli am Montag schrieb. Dabei wurden anderthalb Millionen API-Authentifizierungstoken gefunden, 35.000 E-Mail-Adressen und Privatnachrichten zwischen »KI«-Agenten.

Zwar wurde die Lücke schnell geschlossen, nachdem Wiz das Team von Moltbook benachrichtigt hat, aber der Grund für diesen Totalausfall bleibt bestehen: Die Software für Moltbook wurde nämlich nicht von einem Menschen geschrieben. »Vibe Coding« nennt sich das, wenn Bots Programme schreiben, und Moltbooks Gründer Matt Schlicht offenbarte vergangene Woche auf Elon Musks asozialem Netzwerk X: I didn’t write a single line of code for @moltbook. Übersetzt also: Ich habe keine einzige Zeile Code für Moltbook geschrieben.

Problem Nummer zwei: Noch mal Sicherheit. Die Prompts für Moltbook können Schadcode enthalten, der – von den Bots unbemerkt – das System infizieren kann. Die sogenannte Prompt Injection ist ein ernsthaftes und schon länger bekanntes Problem. In einem Post auf LinkedIn beschrieb Kyra Luttermann die grundsätzliche Vorgehensweise gestern folgendermaßen: Inputs werden so präpariert, dass Modelle System-/Tool-Regeln ignorieren, Daten leaken oder falsche Aktionen ausführen. Bei Agenten wird’s noch schlimmer, weil Tools und Web-Aktionen zusätzliche Hebel bereitstellen.

Problem Nummer drei: Und noch mal Sicherheit. Moltbook liegt das LLM OpenClaw zugrunde, und das greift extrem weitreichend auf Nutzerdaten zu. In einem Artikel des IT-Journals von gestern warnt der Sicherheitsexperte Johann Rehberger (der schon kurz vor Silvester einen sehr sehenswerten Vortrag beim 39C3, der alljährlichen Konferenz des Chaos Computer Clubs, gehalten hat), OpenClaw sei riskant, weil es ein sehr offenes und mächtiges System ist, das mit vielen anderen Systemen integriert werden kann. In dem Artikel heißt es weiter: OpenClaw benötigt umfassenden Zugriff auf einen Computer und wird auch autonom tätig – also ohne direkte Benutzereingabe desjenigen, der es installiert hat.

Weitere Probleme lassen sich mit dem zusammenfassen, was generell für »KI« gilt und hier nur noch mal verstärkt auftritt: massiver Strom- und Kühlwasserbedarf, massiv erhöhter Internet-Traffic – und »AI Slop«, von »KI« produzierter Schrott, der das Internet »verstopft« und mit dem wiederum »KI« »gefüttert« wird, was die Qualität der »KI«-Ergebnisse weiter verschlechtert.

Zwar ist Moltbook nicht Skynet, wie Shaheer Tariq erst vorgestern in einem LinkedIn-Post argumentierte. Aber die potenziellen Probleme mit dem Chatbot-Netzwerk überwiegen wohl ziemlich eindeutig seinen Nutzen (was auch immer der überhaupt sein mag).

Und noch eins: Dem »Roboter-Reddit« zuzugucken, verstärkt wieder nur etwas, das wir Menschen dringend in den Griff bekommen sollten: unseren Hang dazu, Maschinen zu anthropomorphisieren, in ihnen also menschliche Eigenschaften zu entdecken. Man kann’s nicht oft genug sagen: Alle bisherige »KI« ist zwar künstlich, aber nicht intelligent. Sie denkt nicht, versteht nicht, nimmt nicht wahr und empfindet erst recht nichts. Es werden lediglich riesige Datenbanken nach sinnvoll erscheinenden Antworten durchforstet. Und von einer echten AGI, also Artificial General Intelligence, die dann ebenso intelligent oder sogar intelligenter als Menschen sein soll, sind wir noch Lichtjahre entfernt (wenn sie denn überhaupt jemals kommt) – anders als »KI«-Entwickler immer wieder gern behaupten. (Weil: gut fürs Geschäft.)

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, hier noch einige (vorwiegend englischsprachige) Links:

KI treibt Festplattenpreise in schwindelnde Höhen

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Wer aktuell eine neue Festplatte braucht, oder auch RAM, wird wahrscheinlich mit offenem Mund über die Angebote staunen: Die Preise sind in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Und das liegt nicht etwa an chinesischen Erhöhungen als Reaktion auf Trump’sche Zoll-Drohungen, und auch nicht an Hinterzimmer-Preisabsprachen der Hersteller – sondern an Künstlicher »Intelligenz«.

KI-Rechenzentren schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Jeder IT-Konzern, der etwas auf sich hält, will bei dem »Next Big Thing« unbedingt dabei sein. Das hat nicht nur Folgen für die Umwelt (weil zum Beispiel Strom zur Mangelware wird und über eine Renaissance der Atomenergie mehr als nur nachgedacht wird und weil Städte und Gemeinden plötzlich Probleme mit der Wasserversorgung bekommen). Sondern es trifft auch die Endverbraucher*innen, die aus heiterem Himmel plötzlich Mondpreise für ihr PC-Zubehör bezahlen sollen.

Für die Hongkonger IT-Website Hardware News schrieb deren Autor Thomas Meyer im Dezember 2025: Laut aktuellen Berichten von DigiTimes Asia verzeichnen 3,5-Zoll-Festplatten im Quartal-zu-Quartal-Vergleich einen Preisanstieg von rund vier Prozent – die steilste Kurve seit dem vierten Quartal 2023. Vier Prozent pro Vierteljahr, da kommt schnell einiges zusammen. Noch krasser sieht es bei Kosten für Arbeitsspeicher aus; Endverbraucher*innen leiden bereits unter den massiv gestiegenen RAM-Preisen, die sich teilweise verdoppelt haben.

Für das Magazin connect bestätigte Leif Bärler ebenfalls im vergangenen Dezember diesen Trend: Besonders kritisch sei, dass große Unternehmen bevorzugt beliefert würden. Privatverbraucher müssten daher mit weiteren Preissteigerungen rechnen […] Und einer der entscheidenden Gründe dafür ist der Speicherhunger von LLMs und anderen Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen »Intelligenz«: Insbesondere die Speicherung großer KI-Modelle erfolge zunehmend auf HDD-Basis.

Das alles ist trotz deutlicher Zahlen noch relativ nüchtern und sachlich formuliert. Deutlicher und drastischer wird das renommierte Online-Magazin Tom’s Hardware in einem Artikel von Luke James aus dem Oktober ’25: AI data centers are swallowing the world’s memory and storage supply, setting the stage for a pricing apocalypse that could last a decade, also frei übersetzt etwa: KI-Datenzentren verschlingen das weltweite Speicher-Angebot und verursachen damit eine Preis-Apokalypse, die ein Jahrzehnt anhalten könnte.

Aber auch auf Deutsch geht’s dramatischer. Für das Magazin PC Games Hardware berichtete Karina Preiß erst vor ein paar Tagen: Auch HDD-Preise ziehen während der Speicherkrise stark an. Die Steigerungsraten sind laut der zugrundeliegenden Datenauswertung von TechPowerUp deutlich höher als in den voher zitierten Berichten: […] die Preise für mechanische Festplatten [sind] in den vergangenen vier Monaten im Durchschnitt um rund 46 Prozent gestiegen. Auch laut dieser Analyse sei der Hauptgrund die anhaltend hohe Nachfrage aus dem Rechenzentrumssegment. Trotz des zunehmenden Einsatzes von SSDs greifen Hyperscaler und Serverbetreiber weiterhin auf HDDs zurück, insbesondere für die Archivierung und Backups großer Datenmengen.

Abwarten und Tee trinken ist aber wahrscheinlich keine gute Strategie, auf diese Entwicklung zu reagieren. Denn analog zu der apokalyptischen Prognose von Tom’s Hardware (die ein Jahrzehnt anhalten könnte) schrieb Karina Preiß, dass TechPowerUp keine kurzfristige Schwankung in der Preisentwicklung sehe, sondern vielmehr eine strukturelle Verschiebung der Nachfrage. Für Privatverbraucher*innen ist das keine gute Nachricht, denn im Klartext heißt das: So lange es KI-Datenzentren gibt, werden die Kosten für RAM, SSDs und HDDs auf hohem Niveau bleiben.

Schönen Dank auch, ChatGPT, Claude, Copilot, DALL-E, Gemini, Perplexity, Sora, …

Doch zu mikro, das Plastik?

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Gerade erst vorgestern hatten wir über potenzielle Gefahren von Mikroplastik geschrieben, aber auch darüber, dass das Bundesamt für Risikobewertung (BFR) momentan »keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken« sieht. Ein ganz aktueller Artikel im britischen The Guardian scheint diese Einschätzung zu bestätigen.

Kurz zur Vorgeschichte: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Studien, die Mikroplastik im menschlichen Organismus gefunden haben und eindringlich vor den möglichen gesundheitlichen Folgen warnen, fast explosionsartig zugenommen. Und es klingt ja auch logisch: Die gesamte Umwelt ist mittlerweile massiv mit Plastik-Abfall belastet, auch Trinkwasser, Nahrung und sogar die Atemluft enthalten Spuren von Mikro- oder Nanoplastik, kleinsten Partikeln von Kunststoff, die durch Zerkleinerung oder Abrieb größerer Plastikteile freiwerden. Zum Beispiel tragen Autoreifen erheblich zur Belastung bei, berichtete der NDR am Beispiel Hamburgs im Juni ’25. Da liegt die Frage nahe, was denn mit diesen feinsten synthetischen Spuren im Körper passiert.

Besonders eine Studie hat im Februar des vergangenen Jahres für reichlich Aufsehen gesorgt; erschienen am 3. Februar 2025 im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature, hat auch The Guardian seinerzeit berichtet. Levels of microplastics in human brains may be rapidly rising, lautete die alarmierende Schlagzeile, also etwa: Der Anteil von Mikroplastik in menschlichen Gehirnen steigt möglicherweise rapide.

Auch Blut, Samenflüssigkeit, Muttermilch, Plazenten und Knochenmark seien mit Mikroplastik kontaminiert, hieß es vor einem Jahr beim Guardian. Aber gerade die Studie zur Belastung des Gehirns mit Kunststoffpartikeln erscheint inzwischen wohl in einem anderen Licht. »Ein Witz« sei sie, schrieb The Guardian am vergangenen Dienstag und zitierte damit Dr. Dušan Materić, der in einem im November 2025 ebenfalls in Nature veröffentlichten Beitrag vor allem die Methodik der Studie kritisiert. Materić ist Leiter einer Forschungsgruppe zu Mikro- und Nanoplastik (MNP) am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Die Studie, so schrieb er mit seinem Team, appears to face methodological challenges, such as limited contamination controls and lack of validation steps, which may affect the reliability of the reported concentrations. Sie sieht sich also methodischen Problemen wie begrenzter Kontrolle von Verunreinigungen und Mangel an Prüfschritten gegenüber, was die Zuverlässigkeit der berichteten Konzentrationen [von MNPs im Gehirn] beeinflussen könnte.

Mit anderen, weniger wissenschaftlich vorsichtigen Worten: Was die Studie herauszufinden geglaubt hat, mag durchaus völlig übertrieben sein.

Und das liegt vor allem an den Messmethoden, oder genauer gesagt: an der Größe der untersuchten Teilchen. Oder noch genauer: ihrer Winzigkeit.

Weil nämlich diese MPNs so »mikro« oder gar »nano« sind (ein Mikrometer oder μm entspricht einem Tausendstel Millimeter, ein Nanometer einem Tausendstel µm oder Millionstel Millimeter), müssen sie sozusagen »indirekt« gemessen werden. Das passiert vorwiegend mit einer Methode, die sich Py-GC-MS nennt (oder in lang und umständlich Pyrolysis–gas chromatography–mass spectrometry); dabei werden Proben verdampft und die entstehenden Dämpfe aufgefangen. Wegen der dabei beständig auftretenden Verzerrungen sei Py-GC-MS keine geeignete Technik, um Polyethylene oder PVC zu identifizieren, schrieb die australische Forscherin Dr. Cassandra Rauert, Umweltchemikerin an der University of Queensland, bereits im Januar 2025.

Falsch-positive Ergebnisse können darauf basieren, dass manche der Mini-Partikel, die in den Dämpfen gefunden werden, genauso gut aus Fettgewebe stammen können. Und gerade das Gehirn besteht aus rund 60 % Fett. Durchaus möglich also, dass die beunruhigenden Mengen an Mikro- und Nanoplastik im Denkorgan in Wirklichkeit Fette sind.

Rauerts Untersuchung führt insgesamt 18 Studien auf, in denen die Möglichkeit solcher falsch-positiven Ergebnisse nicht bedacht worden ist.

Auch DER SPIEGEL hat gestern über den Guardian-Artikel berichtet. Dort wird auch ein Aspekt der Kritik genannt, der auf einen möglichen Missbrauch der Studienergebnisse hinweist: Fehlerhafte Daten, so warnen Forschende, könnten politische Entscheidungen in der Plastikregulierung fehlleiten oder der Industrie Argumente liefern, reale Risiken herunterzuspielen. Mit anderen Worten: Wenn die früheren Studien sich als unsauber erweisen, könnten Plastik-Befürworter – wie zum Beispiel Ölfirmen – dies nutzen, um eine vermeintliche Ungefährlichkeit zu behaupten. Und die ist ja bislang ebenfalls nicht bewiesen.

Es bleibt kompliziert – und wir bleiben dran.

Pilze – nicht bloß lecker im Ragout!

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Die Frage, ob Champignons, Pfifferlinge oder Steinpilze auf den Teller gehören, wird von manchen Menschen mit einem euphorischen »Ja!«, von anderen mit einem ebenso nachdrücklichen »Nein!« beantwortet. Ob (ganz andere) Pilze bei der Behandlung von Depressionen, Suchterkrankungen, Angstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Magersucht helfen, wird in zahlreichen Studien aktuell untersucht. Eins steht aber fest: Pilze haben eine Reihe von Eigenschaften, die sie in den verschiedensten Anwendungsbereichen interessant machen.

Wir hatten im März ’25 von Bio-Pilzbatterien berichtet; heute geht es um gleich zwei weitere, sehr spannende Forschungsbereiche:

1. Pilze als Baumaterial

Vor knapp zwei Wochen betitelte DER SPIEGEL einen (Bezahl-)Artikel über die Arbeit von Vera Meyer mit Villa Funghi, aber schon in den Jahren zuvor tauchte die Künstlerin, Forscherin, Professorin und Leiterin des Fachgebiets Angewandte und Molekulare Mikrobiologie der Technischen Universität Berlin immer mal wieder in den Medien auf. Im Podcast des Architekturmagazins buerohauser wurde sie im vergangenen April unter der fast schon poetischen Überschrift Das Potenzial des Zunderschwamms interviewt. Sie erzählt darin, wie sie über Skulpturen, die sie als Künstlerin aus den Fruchtkörpern von Fomes fomentarius, dem Zunderschwamm, gestaltet, auf dessen außergewöhnliche Eigenschaften aufmerksam geworden ist: Die sind leicht, sie sind wasserabweisend, sie sind sehr stabil – ich kann mich draufsetzen, zwei Personen können sich auf so’n Fruchtkörper, wenn der am Baum hängt, draufstellen […] und ich kann da ’n Nagel reinschrauben, ich kann was draufhämmern, die gehen nicht kaputt.

Meyer hat auch ein wirklich überzeugendes Argument gegen die bisherige Bauweise mit Beton: Unser jetziges Konzept von Wohnen ist: Wir leben alle in irgendwelchen Vakuumverpackungen. Schon als die taz vor drei Jahren über Vera Meyer berichtete, sagte sie: Angesichts der Klimakrise müssen wir jetzt Antworten finden. Und die Natur bietet uns viele an. Auch damals ging es schon um den Zunderschwamm, den Ständerpilz, der besonders ergiebig ist hinsichtlich dessen, was der Biotechnologin vorschwebt: die erdölbasierte Produktion in eine biotechnologisch basierte Kreislaufwirtschaft zu überführen, insbesondere in der Bauindustrie. 2030 soll das erste Pilzhaus stehen, dieses Ziel verfolgen wir.

Für die Tagesschau schrieb Sophie Kuhlmann vom WDR im letzten August über Zukunftsmaterialien aus Pilzmyzel, also das enorme Fadennetz, das Pilze unter der Erdoberfläche miteinander verbindet. Der Forscher Hannes Hinneburg vom Potsdamer Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung arbeitet mit seinem Team daran, aus diesem Pilzmyzel einen nachwachsenden Rohstoff zu gewinnen, der zum Beispiel im Hausbau, als Plastik-ersetzende Verpackung oder als Leder-Ersatz verwendbar wäre. Noch ist das im Labor erzeugte Material zu teuer, und aktuell geht es vor allem darum, es wasserfest zu machen. Aber eines Tages, so schreibt es die Tagesschau, könnte das Pilzmaterial irgendwann Teil einer echten Kreislaufwirtschaft werden.

Auch in der Schweiz wird zu dem Thema geforscht; das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) schrieb im Sommer 2025: Pilze aus Abfällen statt Beton und Zement: Häuser könnten in Zukunft nachhaltiger und CO₂-ärmer gebaut werden. Ein Wissenschaftsteam der Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) untersucht ebenfalls Myzel auf seine Anwendungsmöglichkeiten. Und der Artikel erwähnt auch Experimente wie den Growing Pavilion des Niederländers Pascal Leboucq, der mit Myzel umhüllt ist, oder beim zu der Zeit stattfindenden britischen Gartenevent Chelsea Flower Show […] wo das Material in einem Pavillon des Designers Sebastian Cox integriert ist.

Und in dem weiter oben verlinkten taz-Artikel sagt Vera Mayer noch etwas: Es gibt Pilze, die können sogar Kunststoff abbauen. Sie sind die Müllmeister der Natur und wahre Stoffwechselkünstler. Und damit kommen wir zu unserem zweiten heutigen Thema:

2. Pilze, die Plastik fressen

Im vergangenen August fragte die Tagesschau: Könnten Pilze das Plastik-Problem lösen? Spoiler: Die Antwort lautet »Nein«. Aber sie können zur Lösung unseres gewaltigen Plastikproblems mit beitragen. Immerhin werden mittlerweile an immer mehr Orten Plastikspuren gefunden, auch im menschlichen Körper. Bis ins Gehirn hat es Mikroplastik bereits geschafft. Ob und wie sehr das gesundheitlich bedenklich ist, ist noch nicht klar. Das Bundesamt für Risikobewertung (BFR) schrieb im Juli 2025, es gebe bislang keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken. Aber das entscheidende Wörtchen hier ist bislang.

Zurück zum eigentlichen Thema, den seltsamen Wesen zwischen Pflanze und Tier: Zwar steht die weltweite Plastikproduktion, nicht zuletzt dank der massiven Lobbyarbeit der Öl-Industrie, in keinem Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Kunstoff-abbauenden Pilze. Plastik einsparen müssen die Menschen trotzdem. Aber immerhin könnten die organischen Plastikfresser dann dafür sorgen, dass Kunststoffe, die ansonsten über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte die Umwelt belasten, deutlich schneller abgebaut werden.

Es gibt dazu zahlreiche Ansätze und immer wieder neue Erkenntnisse und Entdeckungen; hier folgen ein paar der jüngeren. Im Sommer 2024 schrieb der Bayerische Rundfunk: Jetzt haben Forschende einen plastikfressenden Pilz entdeckt, der besonders Polyethylen mag. Etwa zur selben Zeit meldete die Berliner Zeitung, dass in ostdeutschen Süßgewässern mehrere Pilzstämme gefunden wurden, die Kunststoffe effizient abbauen können.

Deutschlandfunk Nova berichtete im Sommer 2023 von der Fähigkeit zweier Schimmelpilz-Arten, das eigentlich besonders schwer zerlegbare Polypropylen zu zersetzen: Rund 140 Tage brauchten Aspergillus terreus und Engyodontium album, um mit dem Plastik fertig zu werden. Rekordzeit für dieses Material, das zudem kaum recyclet wird. Auch schon im Mai 2023 berichtete das Wissensmagazin scinexx.de von gleich 239 plastikabbauende Mikrobensorten, die in chinesischen Salzwiesen entdeckt wurden; 55 davon sind Bakterienstämme, die restlichen 184 Pilze.

Und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei erwähnte im Juli 2024 vier Stämme von Süßwasserpilzen, die besonders erfolgreich dabei seien, Kunstoffe in der Umwelt abzubauen: Die Ergebnisse zeigen, dass Stämme von Fusarium, Penicillium, Botryotinia, and Trichoderma ein hohes Potenzial zum Abbau von Kunststoffen besitzen. Dabei ging es den Forschenden um die besonders problematischen Kunststoffe Polyurethan, Polyethylen und Reifengummi.

Dieser Artikel hätte noch weitaus länger werden können, aber erstens soll man bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist, und zweitens sind ja diesmal ganz besonders viele Links zum selber Weiterlesen enthalten. Viel Spaß dabei! Das Thema hat das Zeug dazu, nasskalte, dunkle Winternachmittage mit reichlich Optimismus aufzuhellen.

Ach, und übrigens: Wer sich in der Einleitung gefragt hat, welche ganz anderen Pilze momentan auf ihr psychologisches Heilungspotenzial untersucht werden – da geht es um Psilocybin-haltige Magic Mushrooms, deren psychotherapeutisches Potenzial seit einigen Jahren zunehmend erforscht wird.

Bye-bye, Twenty-five

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Willkommen im neuen Jahr! »Es ist ein Brauch von alters her« — aber der Satz geht jetzt nicht so weiter wie bei Wilhelm Busch (»wer Sorgen hat, hat auch Likör«), sondern so: Zum Jahreswechsel schauen wir traditionell auf das vergangene Jahr im Spiegel der Tech-News bei Cors Consulting. Und es ist mal wieder viel Interessantes und Bemerkenswertes passiert.

Los ging’s vor zwölf Monaten mit der Frage, warum eigentlich Deutschland mit der Entwicklung der Elektromobilität so weit hinter, zum Beispiel, Norwegen zurückliegt. Die haben wir uns gleich zweimal gestellt, am 10. und am 24. Januar. Die Erkenntnisse waren wenig schmeichelhaft, und der aktuelle Stand ist sogar noch trauriger: SPIEGEL-Kolumnist Alexander Neubacher sieht einen Kulturkampf gegen das Auto (Paywall), und die Union hat das Verbrenner-Aus bis 2035 fast bis zur Unwirksamkeit aufgeweicht. Und Norwegen? Dort sind 96 % aller Neuzulassungen elektrisch.

Am 27. Januar ging es dann kurz um das Thema Digitalisierung in Deutschland; anlässlich der anstehenden, vorgezogenen Neuwahlen haben wir auch versucht herauszufinden, ob denn eines fernen Tages mal digitale Wahlen geplant sind. (Spoiler: Fehlanzeige.)

Natürlich kamen wir auch im Jahr 2025 nicht um das omnipräsente Thema »KI« herum. So, wie es die Nachrichtenlage im Großen bestimmt hat, ist es auch bei uns unter verschiedenen Aspekten einige Male aufgetaucht: am 31. Januar, 26. Februar, dann am 3. und 29. September, und schließlich noch zweimal am 6. und 14. Oktober.

Sicherheit in der Digitaltechnologie war ebenfalls mehrmals Thema; nicht zuletzt, weil für das weitverbreitete Windows 10 der Support eingestellt wurde und damit Microsoft keine neuen Sicherheits-Updates mehr zur Verfügung stellt. Darüber schrieben wir am 10. Juli. Zur Sicherheit gehören auch Passwörter und ihre Alternativen, das hat uns am 3. Februar interessiert, und noch mal am 22. August und am 12. September.

Eng verwandt mit dem Thema Sicherheit ist auch das weite Feld des Datenschutzes. Es dürfte niemanden überraschen, dass manche – vor allem US-amerikanische – Unternehmen die DSGVO/RGPD/GDPR als ausgesprochen lästig empfinden; schließlich verdienen viele ihr vieles Geld vor allem mit dem Sammeln, Analysieren und Verkaufen persönlicher Daten. Dass das in naher Zukunft dank Donald John Trump ein massives Problem auch in der Arbeitswelt werden dürfte, haben wir vor zweieinhalb Wochen berichtet; auch bei unserem Beitrag über Cloud-Anbieter am 28. Oktober mussten wir leider feststellen, dass der Schutz unser aller Daten jenseits des Atlantiks abwechselnd belächelt und ignoriert wird. Eine Rolle spielte das Thema auch in einer KI-News am 14. Oktober und davor in einem Bericht über die geplante (und zum Glück zunächst mal gekippte) Chatkontrolle am 7. Oktober, über die Zwei-Faktor-Authentisierung per SMS am 12. September, über SAPs KI-Konzept am 26. Februar und über potentiell positive KI-Nutzung am 31. Januar.

Digitale Technologien erleben momentan zusätzlich eine Art »Upgrade«, denn Quantencomputer, an denen theoretisch seit Beginn der 1980er-Jahre geforscht wird, kommen ihrer praktischen Einsetzbarkeit immer näher. Wir schrieben darüber am 7. Mai und am 17. März.

Und dann waren da noch – eines der Herzensthemen dieser Newsredaktion! – neue und außergewöhnliche technologische Ideen und Anwendungen. Wie zum Beispiel Pilze, die Strom erzeugen (28. März), Stromspeicher aus Ruß und Beton (8. April), Muscheln als Plastikersatz (15. Mai), eine Batterie auf Natrium-Ionen-Basis (4. Juni), die Entwicklung eines Star-Trek-Tricorders (18. Juni) und ein Motor, der mit der Eiseskälte aus dem All betrieben wird (21. November).

Möge 2026 ähnlich interessant bleiben wie sein Vorgänger!