2024 im Rückspiegel
+Am letzten Tag des Jahres wollen wir uns noch einmal erinnern, was unsere Tech-News in den fast vergangenen zwölf Monaten beschäftigt hat. Und da waren spannende Themen dabei! Natürlich ging es viel um KI, aber auch um Innovationen und Erfinder*innengeist auf ganz anderen Gebieten, um Großkonzerne und den Datenschutz – und um den Umgang mit dem allgegenwärtigen Internet in der Hosentasche.
Am besten soll man ja ganz am Anfang anfangen, heißt es immer wieder; also gehen wir erstmal zurück in den Januar 2024: Fast zwei Millionen Rechner in Deutschland surfen mit völlig veralteten Windows-Versionen im Internet, berichteten wir am 10.1. Aktuell meldet Statcounter: Immer noch laufen 0,15 % aller Rechner in Deutschland mit XP. Wenn XP-Nutzer*innen dies lesen: Bitte noch heute updaten!
Am 18. und 25.1. ging es um eine sehr faszinierende Entwicklung, nämlich Elektronik auf der Basis von Kohlenstoff – organische Bauteile, die nicht nur besser recyclebar sind, sondern in der Herstellung auch weniger Umweltschäden anrichten. Im Februar beschäftigte uns der mangelnde Datenschutz bei Auto-Elektronik und KI als gewaltiges Umweltproblem – was leider im Juli nochmals Thema sein musste. Wenigstens versprach ein Chiphersteller im März Abhilfe.
Ebenfalls im März erinnerten wir an die Geschichte der drei Zauberwörter »Made in Germany«, deren Bedeutung sich schon mehrfach gewandelt hat, schauten in den hohen Norden, wo FOSS in den Behörden Einzug hält, und wir nahmen die Monopolisten Deutsche Bahn und Deutsche Telekom unter die Lupe.
Im April wehrten sich Künstler*innen gegen die Ausbeutung ihrer Arbeit durch KI-Training, Sachsen rückte auf Platz 1 der Orte mit den größten Solaranlagen, und auch die langen Ladezeiten für E-Autos könnten schon bald auf Sekunden schrumpfen.
Auch im Mai wehrte sich jemand, nämlich die österreichischen Datenschützer noyb (»none of your business«, das geht dich gar nichts an) gegen Fehlinformationen, die ChatGPT regelmäßig verbreitet. Pikant dabei: Die Entwicklerfirma OpenAI kann der Software das Lügen offenbar nicht austreiben. Am 7. Juni berichteten wir außerdem darüber, dass noyb auch gegen Meta klagt, weil die Facebook-Insta-WhatsApp-Mutter Nutzerdaten zum KI-Training verwendet. Hier etwas abseits vom Jahresrückblick der Tip: immer mal wieder bei noyb vorbeischauen, es lohnt sich immer!
Außerdem im Mai: Siemens automatisiert Kopenhagens S-Bahn, eine Schweizer Firma will in Island CO₂ einfangen, und wider alle Vernunft und geltende Gesetze – und trotz massiver Sicherheitsprobleme! – nutzen deutsche und EU-Behörden weiterhin Microsoft Windows.
Anfang Juni, fünf Tage vor der Europawahl, wollten wir wissen, wie es um die Barrierefreiheit von Wahlen bestellt ist (tl;dr: nicht gut). Wir schauten uns den Digitalen Produktpass genauer an und berichteten über eine neue Windkraftanlage in Dänemark.
Im Juli ging es um die Finanzierung der Erneuerbaren durch Fossil-Abgaben und Googles Rückschritt in Sachen Cookies, und im August beklagte der vzbv, dass Konzerne immer noch EU-Recht ignorieren. Im selben Monat berichteten wir darüber, dass viele – vor allem junge – Menschen massiv unter ihren Handys leiden, und wie eine Stuttgarter Forscherin mit Textilfaser Städte gleichzeitig vor Überhitzung und Überschwemmung schützen will. Leseempfehlung!
Der September war überschattet von der Tatsache, dass ein Hamburger News-Autor weitgehend von der Internet-Welt abgeschnitten war, und das, weil mehrere Provider aus übelste versagt haben. Daraus wurde schließlich ein dreiteiliger Krimi – hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3.
Im Oktober meldeten wir einen neuen chinesischen Windkraft-Rekord, im November, dass Zuckerbergs Meta knapp 800 Millionen Euro an die EU zaheln soll und dass koreanische Forscher Rollstühlen das Treppensteigen beigebracht haben.
In Erinnerung an die Meldung aus dem Juni über den Leidensdruck, dem Handynutzer*innen ausgesetzt sind, hatten wir dann vor zwei Wochen noch eine technische Innovation auf dem Schirm, die Abhilfe schaffen könnte: ein Handy, das dank E-Ink und großer Tastatur die Internet- und Social-Media-Nutzung deutlich entschleunigt und aufs Wesentliche reduziert. Hat es irgendwo unterm Baum gelegen? Lassen Sie es uns wissen!
Jetzt bleibt nur noch, einen »guten Rutsch« zu wünschen, und einen entspannten Start ins neue Jahr. Wir werden auch 2025 weiter recherchieren, was wichtig ist oder werden könnte. Bleiben Sie dran!